Der Fahrrad-Monitor Deutschland 2015 wurde vor ein paar Tagen veröffentlicht. Seit 2011 überprüft das Bundesministerium für Verkehr im Zweijahresrhythmus das Verkehrsverhalten und die Art und Häufigkeit der Fahrradnutzung der Bundesbürger mittels einer repräsentativen Online-Befragung. So soll festgestellt werden, ob die Ziele des Nationalen Radverkehrsplans umgesetzt wurden oder nicht.

Das Ergebnis ist eher ernüchternd, denn das Auto ist immer noch mit Abstand des deutschen liebstes Kind. Mit 57 % („nutze ich sehr gerne“) steht das Auto nach wie vor auf dem 1. Platz der Beliebtheitsskala. Das Fahrrad folgt erst an dritter Stelle mit mageren 27 %.

Wie heißt es so schön im Nationalen Radverkehrsplan:

Rahmenbedingungen für den Radverkehr verbessern und Potenziale nutzen

Davon scheinen wir in Deutschland ja noch ein Stück weit entfernt zu sein.

Beliebtheit

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Die Gründe, warum das so ist, lassen sich leicht zusammenfassen:

  • Fehlende Abstellmöglichkeiten
  • Fehlende oder mangelhafte Radwege
  • Zu viel Autoverkehr, d.h. Radfahrer fühlen sich unsicher

Es gibt in deutschen Haushalten zwar mehr Fahrräder als Autos, aber trotzdem wird das Rad von der Mehrheit der Befragten eher selten genutzt.

Fahrradnutzung

Fahrradnutzung (zum Vergrößern anklicken)

Was mich persönlich erschreckt hat, ist wie wenig Bürger mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni fahren.

Wann wird das Rad benutzt

Wann wird das Rad benutzt

Seit Jahren beklagen wir Radfahrer und alle, die es noch werden wollen, dieselben Missstände. Wieso fährst du nicht mit dem Rad? Weil es keinen gescheiten Radweg gibt, weil ich mein Rad nicht sicher abstellen kann und weil ich mich im innerstädtischen Verkehr nicht sicher fühle. Bei längeren Wegen kommt noch folgende Antwort hinzu: Ich kann mein Rad nicht / nicht kostenfrei im ÖPNV mitnehmen.

Verglichen mit anderen Städten ist Karlsruhe in Sachen Radverkehrsentwicklung ganz gut aufgestellt. Wir haben den vom Bund anvisierten Radverkehrsanteil von 15 % auch schon lange übertroffen. Aber auch bei uns gibt es noch eine Menge zu tun, wenn wir den derzeitigen Anteil von 25 % auf den von der Stadt Karlsuhe bis 2020 angestrebten Anteil von 30 % erhöhen wollen. Aber ich glaube wir können und werden das schaffen.