Eurobike 2015

In zwei Tagen ist es wieder soweit, da öffnen sich in Friedrichshafen die Tore der Messehalle für alle Fahrradfans der Welt. Vom 26. – 28. August ist die Eurobike 2015 leider ausschließlich den Fachbesuchern und Journalisten vorbehalten. Für den Publikumsverkehr öffnen sich die Pforten erst am Samstag, dem 29. August. Wie gewohnt findet der Demo Day bereits einen Tag vor Beginn der Messe, am Dienstag, 25. August 2015, auf dem Messeparkplatz Ost statt. Die Testbedingungen sind gut. Das Fachpublikum kann sich nicht nur auf dem Parkplatz, sondern auch im angrenzenden Wald, auf den Feldwegen sowie den umliegenden Straßen rund um das Messegelände austoben und Neuheiten selbst ausprobieren.

Auf der EUROBIKE werden alljährlich die Neuheiten der internationalen Fahrradbranche präsentiert und wer gut zu Fuß ist und viel Energie hat, der bekommt auch tatsächlich ein komplettes Angebot rund ums Fahrrad dargeboten. 1.350  Aussteller – so viele wie nie zuvor – zeigen in Friedrichshafen auf über 100.000 m² Ausstellungsfläche ihre Produkte und Dienstleistungen und bilden das weltweite Spektrum der Fahrrad-Branche ab. Es gibt wohl keinen Ort auf der Welt, an dem Fahrräder und Zubehör in solch einer einzigartigen Produktbreite dargeboten werden.

Fragt sich natürlich, was es 2015 dort Neues zu sehen gibt. Eines ist sicher, das Rad wird auch in diesem Jahr nicht neu erfunden. Auch zaubern die Hersteller keine neue Radgröße aus ihren Hüten, wofür der Einzelhandel dankbar ist.

Einen Vorgeschmack auf die Messeneuheiten gab es bereits auf der Pressekonferenz am 20. August:

Bei den klassischen Mountainbikes geht der Trend hin zu breiteren Reifen und Felgen. Letztes Jahr haben ja schon die Fatbikes den Markt erobert. Die Firma Scott stellt auf der Eurobike 2015 z.B. das neue Genius Plus mit 2,8″ breiten Reifen vor. Vorteil der breiteren Reifen ist laut Hersteller eine größere Kontaktfläche. Diese soll den Cracks unter den Mountainbikern eine noch aggressivere Fahrweise und mehr Fahrspaß liefern. Neueinsteigern bieten 2,8 – 3,0″ Reifen neben dem Fahrspaß auch ein Plus an Komfort.

Bei den Mountainbikes geht der Trend aber nicht nur hin zu breiteren Reifen, sondern auch hin zu Rädern mit Antrieb. Die Zukunft des Mountainbikes ist elektrisch. „No pain, no gain“ war das Motto früherer Jahre. Bei den E-Mountainbikes steht der Fahrspaß mehr im Vordergrund. Ganz ohne Pain geht es natürlich auch bei den E-Bikes nicht, denn ohne Tretunterstützung fährt auch so ein E-Mountainbike nicht. Selbst mit Antrieb kann man sich austoben, denn jeder kann selbst entscheiden, wie viel Tretunterstützung er / sie leisten will.

Aber auch das klassische Rad ohne Antrieb hat noch nicht ausgedient. So finden sich viele Neuheiten auch in diesem Marktsegment. Früher fuhr man querfeldein, heute fährt man ein Crossbike. Was den Rahmen und Lenker anbetrifft hat ein Crossbike die Geometrie eines Straßenrennrades, anders sind lediglich die Laufräder und Reifen. Sie wurden aus dem Offroad-Bereich entliehen.

Von der Firma Propain gibt es ein tolles Mountainbike für Kinder, dass den Namen Mountainbike auch wirklich verdient. Frechdax heißt das gute Stück. Es ist mit 16″ oder 20“ Rädern erhältlich und wiegt in der Topausstattung gerade mal 9,6 kg.

Frechdax von Propain (Bild: Propain)

Frechdax von Propain (Bild: Propain)

Akkus und Antriebe werder immer kleiner und effizienter. Es werden auf der Eurobike Commuterbikes vorgestellt, da sieht man weder auf dem ersten noch zweiten Blick, dass es sich da um ein Pedelec handelt. Das Coburg Commuter Bike von Coboc steckt voller Hightech und ist ein echter Hingucker.

Commuter Bike von Coboc (Quelle: Coboc)

Commuter Bike von Coboc (Foto: Coboc)

Auch beim Zubehör gibt es viele Neuentwicklungen. Einige davon wurden auf der Pressekonferenz am 20. August bereits vorgestellt:

  • Seaty-Lock ist Sattel und Schloss in einem. Mit einem Handgriff kann man den Sattel aus der Sattelstütze ziehen. Am Sattel befestigt ist ein kompaktes Faltschloss, mit dem man das Rad und den Sattel an einen festen Gegenstand anschließen kann.
  • Für die Puristen und Gewichtsfetischisten kommt die halterlose Wasserflasche. Wenn jedes Gramm zählt, dann ist die Cage-less water bottle von fabric die Lösung.
  • Im Dunkeln sollte man als Radfahrer gut sichtbar sein. Das kann man durch eine funktionierende Fahrradbeleuchtung und zusätzliche Reflektoren erreichen, aber auch durch spezielle Fahrradbekleidung. Die Firma Gonso hat eine Damenbluse entwickelt, die auf der Rückseite eingewebte Reflektorfäden hat. Damit ist man im Dunkeln weithin sichtbar, und tagsüber trendy und schick auf dem Rad unterwegs.
  • Wenn man mal von hochpreisigen Rennrädern und Mountainbikes absieht, sind Fahrräder nicht gerade leicht. Insbesondere die immer beliebter werdenden E-Bikes und Pedelecs bringen gut 20 kg auf die Waage. Da tut man sich schon schwer, wenn man die auf den Fahrradträger am Auto heben muss. Beim Fahrradträger Bikelift von EAL muss man sein Rad nicht mehr heben, das tut der Lift für einen.
  • UVEX bringt mit der Variotronic S Brille eine kleine Sensation auf den Markt. Die Gläser dieser Brille passen sich in Sekundenbruchteile den jeweiligen Lichtverhältnissen an. Sonnenbrillen mit selbsttönenden Gläsern sind zugegeben nicht neu. Modelle, die bisher auf dem Markt sind, brauchen aber eine gefühlte Ewigkeit bis sie sich an die veränderten Lichtverhältnissen angepasst haben. Wechseln sich Licht und Schatten schnell ab, was ja im Wald in der Regel der Fall ist, ist man mehr oder minder im Blindflug unterwegs. Mit der Variotronic von UVEX ist damit Schluss.