Du bist schuld, wenn ich nicht abnehme

so mein Mann scherzhaft am Wochenende während wir gemütlich bei Tisch sitzen. Das könnte man zumindest einer Studie entnehmen, die unlängst im Spiegel veröffentlicht wurde, wenn man lediglich einen kleinen Textabschnitt heranzieht:

Demnach sind weniger Menschen in den Ländern übergewichtig, in denen die Untersuchten an jedem Tag in etwa gleich viele Schritte zurücklegen. Ist die Spreizung bei den Schrittzahlen dagegen besonders hoch, steigt die Gefahr für starkes Übergewicht. Das passiert beispielsweise, wenn einige fast nie zu Fuß gehen und sich andere dagegen besonders viel bewegen.

Es wundert eigentlich kaum, dass die USA im internationalen Vergleich mit etwa 4774 Schritten pro Tag auf den hinteren Plätzen liegen. Hier ist die Lücke zwischen Menschen, die sich besonders viel bewegen und solchen, die kaum zu Fuß gehen, besonders hoch. Auch beim starken Übergewicht liegen die USA an der Spitze.

Wenn die Familie der Mikrokosmos eines Landes ist und ich ein extrem bewegungsreiches Leben führe, dann hat meine Familie es rein statistisch gesehen natürlich nicht leicht.

Aber muss ich mir deshalb irgendwelche Schuldgefühle aufbürden? Ich glaube kaum! Nur weil ich mich viel bewege, halte ich ja andere nicht automatisch davon ab, sich ebenfalls zu bewegen. Im Gegenteil, ich könnte ja als positives Beispiel dienen. Auch komme ich weder erschöpft noch deprimiert oder sonst wie negativ gestimmt von einer sportlichen Aktivität nach Hause. Das Gegenteil ist der Fall.

Trotzdem haben wir bei Tisch lebhaft diskutiert, was wäre, wenn der Umkehrschluss funktionieren würde – ich bewege mich weniger, damit wir alle in etwa gleich viele Schritte zurücklegen und der Rest der Familie nimmt dadurch automatisch ab.

Träumt weiter!