Doping im Radsport

Doping im Radsport ist leider Gottes immer noch ein leidiges Thema. Bei jedem Toursieg fragt man sich doch im Stillen, wie lange dieser Titel wohl Bestand haben wird. Bisher betraf Doping die Radfahrer selbst. Jetzt gibt es eine komplett neue Dimension: sogenanntes technologisches Doping.

Bei den Cross-Weltmeisterschaften der Frauen in Zolder haben letzten Samstag Kontrolleure eine Teilnehmerin des U23 Rennens des „technologischen Betrugs“ überführt. Im Fahrradrahmen einer Belgierin hatte man einen Elektromotor entdeckt. Die „Sportlerin“ gehörte sogar zu den Medaillenkandidatinnen. Wegen eines Defekts am Rad musste sie das Rennen vorzeitig abbrechen. Laut Bericht des belgischen Fernsehens hatte man nach dem Rennen beim Entfernen der Sattelstütze elektrische Kabel entdeckt, die da gar nichts zu suchen hatten. Als man dann das Tretlager ausbauen wollte, war das nicht möglich, weil es an diesen Kabeln festhing. Der unzulässige Motor soll sich im unteren Teil des Rahmens befunden haben.

Der internationale Fahrradverband UCI hat bereits letztes Jahr sein Regelwerk um den Punkt „technologischer Betrug“ (Art. 12.1.013) erweitert. Anscheinend hat man aufgrund der fortschreitenden Technik und immer kleiner werdenden Antriebe damit gerechnet, dass über kurz oder lang so etwas passieren würde. Fahrer, denen man auf die Schliche kommt, werden sofort disqualifiziert, mindestens sechs Monate gesperrt und mit einer heftigen Geldstrafe belegt.

Wie beim „normalen“ Doping auch, sind die Sünder den Prüfern ja meist einen Schritt voraus. Den Motor im Rahmen der Belgierin hatte man nur dank eines neuen Testverfahrens entdeckt. Wer weiß welche Mauscheleien bisher unentdeckt geblieben sind.

Was ist bloß aus Begriffen wie Fairness und sportlicher Wettstreit geworden? Der Radsport ist so interessant und vielschichtig, wieso müssen einzelne Vertreter ihrer Zunft ihn derart in Misskredit bringen?