Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Dooring oder Radfahrer prallt gegen Autotür

Ich bin zwar kein Freund von zu vielen Anglizismen, aber manchmal hat die englisch-sprechende Welt einfach ein kurz und knackiges Wort für einen Sachverhalt, den wir im Deutschen erst umständlich umschreiben müssen: Dooring  oder to get doored sind so Wörter (Fahrradunfälle infolge unaufmerksamen Öffnens von Fahrzeugtüren).

Autos werden immer breiter, Radwege und insbesondere die sogenannten Schutzstreifen bleiben dagegen relativ schmal. Wir Radfahrer sind in der Regel auf einem 1,5 Meter breiten Radstreifen unterwegs:

Schutzstreifen schützen nicht wirklich

Schutzstreifen

Der Schutzstreifen oben ist nicht mal 1,5 m breit. Wenn der Fahrer des rechts parkenden Fahrzeuges ohne nach hinten zu blicken die Tür aufreißen würde, dann hätte man als Radfahrer keine Chance auszuweichen. Eine geöffnete Autotür eines Kleinwagens klappt mit ca. 88 cm aus, ein „Mamapanzer“ (SUV oder Kombi) sogar mit ca. 96 cm.

In Australien läuft gerade auf Twitter eine Anti-Dooring Kampagne mit dem Hashtag #LOOKB4UOPENDOOR:

Look before you open a door

Sticker: Look before you open a door

In Canada gibt es eine ähnliche Kampagne unter dem Titel Open your eyes, then your door:

Open your eyes

Open your eyes

Was gibt zu diesem Thema bei uns? Wenig bis gar nichts. In Karlsruhe haben wir letztes Jahr den Deutschen Fahrradpreis erhalten  für die Kampagne „Liebe auf den ersten Schulterblick“. Da ging es aber in erster Linie um rechts abbiegende Autofahrer bzw. links abbiegende Radfahrer. Fündig geworden bin ich in Österreich bei der Radlobby, der Stimme aller Radfahrenden in Österreich, die das Fahrrad als Verkehrsmittel oder in der Freizeit nutzen wollen.

Achtung beim Türöffnen

Wenn man bedenkt, dass je nach Land zwischen 8 und 12 Prozent aller Fahrradunfälle darauf zurückzuführen sind, dass Autofahrer oder Beifahrer die Fahrzeugtür öffnen, ohne vorher sicherzustellen, dass der fließenden Verkehr das auch zulässt, dann wird es auch bei uns Zeit für eine offizielle Kampagne, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

 

 

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Argumente pro Rad

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  1. Das ist immer eine große Gefahr. Deshalb fahr ich meistens in der Mitte. Dies wollen zwar die meisten Autofahrer nicht aber meine Gesundheit ist mir hier doch viel lieber und mehr wert 🙂

  2. Ich habe mal von einer Physiotherapeutin, die viele Reha-Patienten betreut, gehört, dass das wirklich ständig passiert und viele Radfahrer sich sehr schlimm verletzen, selbst mit Helm. Ich bin auch immer sehr vorsichtig, wenn ich direkt neben parkenden Autos auf dem Radweg fahre.

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