Die einen nennen es Radweg …

… ich nenne das gefährlich. Was ihr hier seht, ist nicht etwa eine Einbahnstraße, sondern eine Straße, die in beiden Richtungen befahren wird. Sie führt quer durch die City einer kleinen Kreisstadt im Norden der Republik. Die max. Geschwindigkeit ist auf 20 km/h begrenzt. Links und rechts von dieser Straße verlaufen sogenannte Radwege. Rechts von diesen „Radwegen“ sind Parkplätze. Ich habe meinen Augen nicht getraut. Eine Stadt, die gerade groß in der Presse war, weil sie beim Stadtradeln extrem viele Radler mobilisieren konnte, hat so eine Hauptverkehrsader mitten durch die Innenstadt? Wie passt das zusammen? Bin ich schon zu verwöhnt? Jammern wir in Karlsruhe auf hohem Niveau?

Für mich ist ein Radweg, der schmaler ist als der Lenker meines Mountainbikes, kein Radweg mehr.

Hier dieselbe Straße etwa hundert Meter weiter:

Nicht jeder ist ein begnadeter Einparker. Aber das entschuldigt auch nicht alles, schon gar nicht, wenn es genug Parklücken gibt, in denen sogar ein Panzer Platz gehabt hätte. Wie die Frau ganz vorne mit ihrem Kinderanhänger es geschafft hat, an all den parkenden Autos vorbeizukommen, ohne diese zu touchieren, fand ich schon bewunderungswürdig. Was, wenn jetzt jemand die Autotür aufgerissen hätte, ohne nach hinten zu schauen?

Ein Stück weiter parkte eine Frau und machte Mittagspause. Wieder mussten wir Radfahrer alle nach links auf die Straße ausweichen. Ja, ich war genervt, nein, ich habe nicht aufs Autodach geschlagen, als ich am Auto vorbeigeradelt bin. Auch pflege ich nicht zu spucken, wenn mir etwas nicht passt. Laut AUTOBILD machen wir Radfahrer das zwar, aber wer sinkt schon auf das Niveau dieses Blattes. Ich jedenfalls nicht.