Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Der gelbe Blitz von MisterRide

Gestern durfte ich mit einem Klapp-Pedelec von MISTERRIDE Probe fahren. Ich werbe ja seit Anfang April über eine an meinem Vorderrad befestigte Scheibe für diese Firma und die Aktion Karlsruher Spendenradeln. Wenn man für ein Unternehmen wirbt, will man natürlich wissen, ob man sich mit den vertriebenen Produkten auch identifizieren kann.

Wie ihr seht handelt es sich bei dem Modell E-Bike Fat um ein Klapprad mit dicken 24″ Reifen (ETRTO 98-507) und Tiefeinstieg. Auch ohne knallig gelbe Lackierung fällt man mit dem Rad auf wie ein bunter Hund.
Was mir besonders gefallen hat, ist der Fahrkomfort. Man sitzt relativ aufrecht auf dem Rad. Da ist es schon wichtig, dass die Federung stimmt. Dank der dicken Reifen und der gefederten Sattelstütze machen sogar Passagen über Kopfsteinpflaster, Schotterpisten und Schlaglöcher Laune.

Das Rad sieht ja recht wuchtig aus. Für mich ist immer wichtig, dass ich meine fahrbaren Untersätze zur Not auch mal eine Treppe rauf und runter tragen kann. Meist funktionieren nämlich an Bahnhöfen immer dann die Fahrstühle nicht, wenn man sie gebrauchen könnte. Selbst mit Tasche hatte ich keine Mühe, das Rad (ca. 26 kg) mit Gepäck auf die Brücke über die Alb zu wuchten.

Überrascht hat mich die Spritzigkeit des 250 Watt Bafang Hinterrad-Motors. Man kann zwischen 6 Antriebsstufen wählen. In der Ebene war ich gestern auf dem Heimweg mit Stufe 2 unterwegs. Das letzte Stück hoch zu den Bergdörfern habe ich eine Stufe hoch geschaltet. Wenn ich mit meinem Lastenrad, das mit einem Bosch Performance CX Motor (max. Antriebsmoment: 75 Nm) ausgestattet ist, hier den Berg hoch fahre, wähle ich meist die E-MTB Stufe ( 3. von 4 Stufen / 120 – 300 %). Komischerweise musste ich mich gestern mit dem Klapp E-Bike weniger anstrengen, als mit meinem Lastenrad, obwohl ich ja noch gar nicht alle Stufen ausgespielt hatte.

Laut Hersteller bietet der 10Ah Akku (360 Wh) in der Ebene ( Stufe 3) Power für ca. 80 km Reichweite. Meine Probefahrt war gut 36 Kilometer lang. Auf dem Display hat sich die Verbrauchsanzeige noch gar nicht bewegt. Bei moderater Fahrweise dürfte die Reichweite also durchaus auch größer sein.
Anders als bei anderen Pedelecs spielt beim Klapp-Pedelec von Misterride die Tretunterstützung des Fahrers eine relativ geringe Rolle bei der Geschwindigkeit. Entscheidend ist der gewählte Fahrmodus. In Stufe 6 geht das Rad ab wie Schmitz Katze.
In den Fahrmodi 1-3 hört man den Antrieb kaum, auch die dicken Reifen verursachen aufgrund ihres geringen Profils keine unangenehmen Fahrgeräusche. Erst wenn man den Motor in Stufe 6 voll ausreizt, wird er etwas lauter, die Geräuschentwicklung hält sich aber im Rahmen.

Hydraulische Scheibenbremsen mit „Motorstop“ Funktion bringen das Rad auch bei schneller Fahrt rasch zum Stillstand.

Als Schaltung ist eine 7-Gang Shimano Kettenschaltung mit Drehgriff verbaut, so dass man unterwegs auch nicht viel denken muss.

Zusammengeklappt misst das Rad nur noch 50 x 50 x 110 cm.

Ausstattung:

  • Alu-Rahmen, Tiefeinstieg zum Klappen
  • Höhenverstellbarer Vorbei, zum Klappen
  • Gefederte Sattelstütze
  • Hinterbauständer
  • Gepäckträger
  • LED Scheinwerfer vorne
  • LED Batterielampe hinten
  • 24″ Reifen (98-507)
  • Hydraulische Scheibenbremsen mit Motorstop
  • Klapppedale
  • Lange Schutzbleche
  • Gewicht: 26 kg

Motor, Display und Batterie:

  • Bafang Hinterradmotor (250 W)
  • 10 Ah Akku (360 Wh)
  • Nok Display mit USB Ladestation

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Stunde der Gartenvögel

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Endlich Wochenende!

  1. Detlef

    Mich würde die Zielgruppe bzw. der angedachte Anwendungszweck für ein Faltrad interessieren, dass über einen halben Zentner wiegt, mind. 2500 € kostet und über eine 7-Gang-Kettenschaltung aus Shimano’s Billigsortiment verfügt.

    Der durchtrainierte Mittzwanziger, der ausschließlich den Sommer über mit der Bahn von Mühlburg nach Durlach fährt, um den letzten Kilometer elektrisch auf den Turmberg zu fahren? Die ungeschützt, dank der winzigen Laufrädchen, knapp über dem Boden laufende Kette, muss man ja in der nassen Jahreszeit jeden Tag nachschmieren. Den Trümmer im Berufsverkehr in die engen Karlsruher S-Bahnen zu hieven, stelle ich mir auch lustig vor.

    Sehr durchdachtes Gefährt, dafür kann man schon mal Schleichwerbung machen.

    • Anke

      Hallo Detlef,

      entweder man mag so ein Rad / Pedelec mit breiten Reifen und tiefen Einstieg oder man mag das nicht. Das gilt auch für Fatbikes, Cruiser oder Hochräder, das sind eben Nischenprodukte.
      Ein „normales“ Pedelec hat in etwa dasselbe Gewicht, über die Ausstattung eines Rades lässt sich vortrefflich streiten. Ich persönlich fand es bequem und spritzig, man kommt damit sicher von A nach B und man fällt auf, weil es so wuchtig ist. Ich habe es mir ausgeliehen, weil ich einfach neugierig war. Just for fun, ohne irgendwelche Kaufambitionen.
      Wenn ich für einen Bäcker eine Radscheibe durch die Gegend fahren würde, hätte ich bestimmt auch schon das eine oder Bäckereiprodukt probiert.

      • Detlef

        Alles schön und gut. Über Pedelecs kann man trefflich streiten. Ob aus „Freude am Fahren“ oder zum Pendeln längerer Strecken, vielleicht mit Berg – ich kann Pedelec-Fahrer verstehen.

        Aber vielleicht ist das entscheidende Wort aus meinem ersten Kommentar untergegangen: *Falt*rad.

        Ein Gewicht von 26 kg macht aus einem Falt-Rad kein besonders innovatives Produkt, sondern ein Oxymoron. Oder anders herum: ein Faltmechanismus an einem 26 kg schweren Mofa ist überflüssig wie ein Kropf.

        Wenn in einem redaktionell wirkenden „Testbericht“ mit keinem Wort auf irgendwie geartete Einschränkungen eingegangen wird, liest sich der Artikel eben wie Schleichwerbung. Das ist alles, schönen Tag noch.

        • Anke

          Ich habe das Gewicht erwähnt und auch das Faltmaß genannt. Während man nicht faltbare Pedelecs nur auf einem Heckgepäckträger transportieren kann – aufs Dach würde ich jedenfalls kein Pedelec wuchten, egal ob faltbar oder nicht – kann ich dieses E-Faltrad zumindest soweit zusammenfalten, dass es IN ein Auto passt.
          Ich habe auch keinen „Testbericht“ geschrieben. Dazu reichen 35 Kilometer nicht. Ich habe lediglich meine subjektiven Eindrücke geschildert.

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