Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Citybike vs Urbanbike

Was unterscheidet eigentlich ein Citybike von einem Urbanbike? Nichts, rein sprachlich gesehen. Beides sind Stadträder und dennoch liegen Welten zwischen ihnen. Citybike das klingt nach Tiefeinsteiger, Rücktrittbremse und Altagstauglichkeit – profan eben.

Klassische Urbanbikes sind weder alltagstauglich, haben bestimmt keinen tiefen Einstieg und eine Rücktrittbremse schon gar nicht. Im Gegenteil, Urbanbikes sind aufs Wesentliche beschränkt: zwei Laufräder, ein Gang, eventuell eine Bremse und keinen zusätzlichen Schnickschnack wie Schutzbleche, Beleuchtung oder Reflektoren.

Cityräder sind was für Pendler, Urbanbikes was für Commuter. Wer hip sein will, kauft sich ein schniekes Urbanbike, wer nicht nur tagsüber, sondern auch nachts im innerstädtischen Verkehr sicher und bequem von A nach B kommen will, fährt ein Citybike oder Trekkingrad.

Cityräder sind was für Pragmatiker und Alltagsradfahrer. Sie sind robust, haben in der Regel eine 7 oder 8-Gang Nabenschaltung, Felgenbremsen gepaart mit einer Rücktrittbremse, solide Federung und Citylenker. Cityräder sind erschwinglich und entsprechen der Straßenverkehrsordnung.

Urbanbikes richten sich an eine komplett andere Zielgruppe. Oder sollte ich besser sagen richteten? Mit Fahrrädern kann man eine Menge Geld verdienen. Wenn sich aber bestimmte Radtypen nur an eine begrenzte Käuferzahl richten, dann muss man entweder die Räder teurer verkaufen oder so abändern, dass sie auch für eine größere Käuferschicht interessant werden. Das Rad oder der Radtyp wird also immer mal wieder neu erfunden.

  • Stadträder: Citybike vs. Urbanbike
  • Mountainbikes: 26″, 27.5″, 29″ MTBs bzw. Fatbikes
  • Crossräder: Cyclocrosser vs. Gravelbikes

Doch zurück zu den „Stadträdern“. Früher zählten vor allem die Fixies bzw. Singlespeed-Räder der Kurierfahrer zur Kategorie der Urbanbikes. Fixies sind – wie oben bereits beschrieben – aufs Wesentliche beschränkt. Eigentlich dürfte es sie auf deutschen Straßen gar nicht geben, denn sie entsprechen nicht den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung. Sie sind extrem leicht, schnell und kompromisslos auf Performance ausgerichtet. Wegen ihres sportiven Designs – weniger ist eben häufig mehr – finden aber auch andere Käufer sie cool. Wer auffallen will, kauft sich ein Urbanbike.

Um sie aus ihrem Nischendasein herauszuholen, hat man die Urbanbikes der Vergangenheit alltagstauglich gemacht. Wer fährt bei Regen schon gern ohne Schutzbleche oder nachts ohne Beleuchtung. Aber auch bei den alltagstauglichen Urbanbikes steht das Design, der „Look“ noch immer im Vordergrund. Schutzbleche sind dann „Style-Elemente“ mit denen man ein „Statement“ abgibt. Mit einem Urbanbike will man nicht nur Rad fahren, sondern ein Lebensgefühl ausdrücken, für das man bereit ist, auch ein paar Euro mehr auszugeben als für ein „profanes“ Cityrad. Ich weiß nicht so recht, ob die Welt wirklich auf die neuen Urbanbikes gewartet hat, aber sie sind bei den 20 – 40-Jährigen stark angesagt. Aber eins muss auch ich zugeben, die Urbanbikes sind wirklich eine Augenweide.

Corratec SH1 (Bild: Corratec)

Corratec SH1 (Bild: Corratec)

 

 

 

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Distance makes the difference

  1. Hans

    Hi,

    ich denke, wer schonmal versucht hat, ein Fixie zu fahren, wird schnell merken, dass Style und Praxistauglichkeit nicht immer gut ineins aufgehen. Ich persönlich finde: Ja, die „Urbanbikes“ sehen richtig richtig fett aus. Eine Augenweide! Aber ungewohnt ist oft schon, wie eng man die Griffe halten muss – und da die Geräte absolute Fliegengewichte sind (eben auch weil viel Standardequipment fehlt), lenkt man anfangs meist viel zu zackig. Ich habe es einmal mit einem Fixie probiert und bin tatsächlich zweimal damit hingeflogen. Fand ich nicht so cool.

    Als dritten Fahrradtyp für den „gemeinen Städter“ kann man übrigens noch das Trekkingrad nennen. Im Grunde ist es das Zwischending zwischen gemütlich-städtisch und sportiv-schnittig – und in der Regel werden Reifenmit mehr Profil aufgezogen, die außerdem dicker sind, weswegen man mit Trekkingrädern auch mal ein bisschen offroaden kann (ich selbst habe übrigens ein hochinteressantes Modell von BMW – Silber und von den Schnitten her recht „organisch“ … war ein Gebraucht-Glückskauf beim Fahrradhändler meines Vertrauens). Hier ein Blogartikel, in der ähnlich schön wie hier die UNterschiede City-Bike und Trekking-Bike aufgezeigt werden: https://www.bikeexchange.de/article/city-und-trekkingraeder – vielleicht habt ihr ja mal Lust, reinzuschauen?

    Grüße von Hans

  2. Ich bin auf der Suche nach einem Stadtrad und war nicht sicher, worin sich City und Urban Bike unterscheiden. Nach diesem Artikel weiß ich ganz sicher, dass das Urban Bike nichts für mich ist. Beleuchtung und Bremsen sind schon die Mindestausstattung!

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