Immer am ersten Sonntag des Monats ist die meist befahrene Straße von Paris, die Avenue des Champs-Elysees, für den Autoverkehr gesperrt. Statt PKW und LKW tummeln sich dann Fußgänger und Radfahrer auf der breiten Prachtstraße.

Am 8. Mai, an dem die Franzosen traditionell den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland feiern, ähnelten die Champs-Elysees eher einem Rummelplatz als einer 70 Meter breiten, mehrspurigen Autostraße. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hat den autofreien Sonntag ins Leben gerufen. Ihre Initiative zielt auf die Verringerung des Autoverkehrs und der damit verbundenen Umweltverschmutzung in der Stadt. Hidalgo hätte sich letzten Monat keinen besseren Tag für den ersten autofreien Sonntag des Jahres wünschen können: Die Temperaturen lagen bei angenehmen 25 °C und Tausende von Touristen und Einheimischen bummelten entspannt über die Prachtstraße und genossen die ungewöhnliche Ruhe auf den Champs-Elysées.

Die Stadt hat bereits mit anderen Maßnahmen versucht, der Luftverschmutzung Herr zu werden: z.B. mit der Bereitstellung von Leihfahrrädern, der Ausweisung weiterer Radwege und einer neuen Flotte von Elektroautos für die Bewohner der Stadt. Umweltverschmutzung und hohe Feinstaubbelastung gefährden unsere Gesundheit. Nur wenn viele Menschen ihre Gewohnheiten und ihr Fahrverhalten ändern, können wir unsere Städte umweltfreundlicher machen. Ein autofreier Sonntag im Monat ist natürlich nicht die Lösung des Problems, aber ein Schritt in die richtige Richtung. 

Nächster Termin: 5. Juni 2016