Kategorie: Nützliches

CM = Kirchentag der Radfahrer

Im Nachgang zu unserer letzten Critical Mass in Karlsruhe fand ich auf Twitter folgenden Tweet, den ich sehr treffend fand:

Ich musste spontan schmunzeln, habe mich aber gleichzeitig gefragt, ob nicht auch unterschwellig ein wenig Kritik, sozusagen mit einem Augenzwinkern, mit diesem Tweet verbunden war. Falls dem so wäre, glaube ich, dass wir durchaus kritikfähig sind. Ihr wollt euch einbringen, habt Vorschläge, Kritik, Anregungen oder Wünsche? Immer her damit!

Wie auch immer – der nächste Kirchentag der Radfahrer – auch Critical Mass genannt – findet am kommenden Freitag, dem 30. Juni 2017 statt:

  • Wo: Kronenplatz in Karlsruhe
  • Wann: 18 Uhr
  • Strecke: bereits jetzt auf GPSies für Radfahrer, die eventuell unterwegs einsteigen wollen



Schulterblick als Lebensretter

Im Mai haben die Stadtväter die aktuellen Pläne und Zahlen zum Thema Stadtentwicklung und Verkehr veröffentlicht. Neben den Themen Radschnellwege, fahrradgerechte Baustellenführung und der Notwendigkeit zusätzlicher Fahrradabstellplätze wurden die neusten Unfallzahlen bekanntgeben. Man könne zwar keinen Rückgang bei Unfällen mit schwer verletzten Radfahrern verzeichnen, aber die Unfallzahlen insgesamt seien in etwa auf Vorjahresniveau. Da sich aber der Anteil der Radfahrer unter den Verkehrsteilnehmern verglichen zum Vorjahr deutlich erhöht habe, könne man sagen, dass die Situation für Radfahrer sicherer geworden sei. Woher diese Zahlen zum Radverkehrsanteil kommen, weiß ich nicht. Auch Thomas hat auf seinem Blog bereits kritisch angemerkt, dass es dazu eigentlich gar keine exakten Daten gibt.

Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Unfallzahlen mit schwerverletzten Radfahrern bis 2020 um 25 Prozent zu senken

so Bürgermeister Michael Obert. Das ist natürlich löblich. Jetzt müssen den Worten nur noch Taten folgen. Die Stadt sorgt für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, indem sie die dafür notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellt. Die nützt aber nur wenig, wenn sich die Verkehrsteilnehmer nicht an ein paar simple Regeln halten.

Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Kampagne DANKE! Für Ihren Schulterblick erinnern, mit der Autofahrer zu mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr aufgefordert werden. Hauptunfallursache bei Unfällen zwischen Radlern und Autofahrern sind leider nach wie vor Abbiegefehler. Ein Schulterblick beim Rechtsabbiegen kann Leben retten.

Doch selbst wenn man den Schulterblick übt, heißt das ja noch lange nicht, dass der Lenker des Fahrzeugs auch stoppt, wenn er einen vorfahrtsberechtigten Radfahrer rechts von sich bemerkt.

Gestern Nachmittag wäre es beinahe zu so einem Abbiegefehler gekommen. Der Busfahrer der Linie 24 wollte um genau 17 Uhr von der Tiefentalstraße rechts abbiegen in die Straße des Roten Kreuzes. Ich fuhr auf dem brandneuen Radweg rechts von ihm und wollte nach Hohenwettersbach, d.h. ich war vorfahrtsberechtigt.

Radfahrer haben hier Vorfahrt

Der Busfahrer hat mich genau gesehen, dachte wahrscheinlich aber „das schaffe ich noch“. Fatalerweise kam aber von oben aus Hohenwettersbach ein Radfahrer und wollte zum Zündhütle. Den hatte der Busfahrer überhaupt nicht auf dem Schirm. Erst als der Bus schon halb auf dem Radweg stand, bemerkte er den Radfahrer und konnte gerade noch zum Stehen kommen. Wenn der Radfahrer aber nicht schon vorher eine Vollbremsung hingelegt hätte, wäre es zum Crash gekommen. Diese Einmündung gehört noch zusätzlich abgesichert. Regeln kennen heißt noch lange nicht, dass sie auch eingehalten werden. Ich hoffe, dass diese Stelle nicht erst zu einem Unfallschwerpunkt werden muss, bis man hier durch zusätzliche Schilder (abknickende Vorfahrt, Achtung: Radfahrer) auf die neue Verkehrsführung hinweist.




Fahrradinfrastruktur

Hier zwei positive Beispiele in Sachen Fahrradinfrastruktur in Karlsruhe. Beide Fahrradabstellplätze befinden sich an der Siemensallee, sind sponsored by RadKULTUR Baden-Württemberg und liegen direkt an einer Straßenbahnhaltestelle. Dieser Abstellplatz hier wird immer deutlich mehr genutzt, als der andere an der Ecke zur Neureuter Straße.

Überdachter Fahrradabstellplatz in der Siemensallee




Radweg in die Bergdörfer (2)

Wenn ich letzte Woche gedacht hatte, dass die Arbeiten am Radweg abgeschlossen sind, habe ich mich geirrt. Es hat sich noch einiges getan – zum Guten und zum – sagen wir mal – nicht so Guten.

Auf der Einmündung in die Albert-Einstein-Straße ist der Radweg nun deutlich markiert. Die Fahrrad-Piktogramme werden folgen. Ob der Spiegel vis à vis von der Ausfahrt den Autofahrern einen guten Blick nach rechts auf den Radweg oder nur auf die Straße gewährt, kann ich nicht beurteilen. Aber zumindest steht dort schon mal ein Spiegel.




10 000 Kilometer

Kinder, wie die Zeit vergeht! Vor gut einem Jahr habe ich mein neues Trekkingrad mit Getriebenabe SPEEDHUB 500/14 gekauft und bin jetzt 10 000 Kilometer damit gefahren. Da kommt ganz schön was zusammen, wenn man jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fährt.

In Radlerkreisen kursiert der folgende Spruch zur SPEEDHUB 500/14:

Bei Kilometer 100.000 ist sie gerade mal gut eingefahren.

Da habe ich ja noch viel Fahrfreude vor mir 🙂

Welche Strecken und Witterungsverhältnisse die Rohloff-Schaltung meistern kann, könnt ihr übrigens auf der Hersteller Seite selbst nachlesen. Dort gibt es viele interessante Erfahrungsberichte von wahren Vielfahrern.




Radweg in die Bergdörfer (1)

Das Warten hat sich gelohnt, der neue gut vier Meter breite Rad-/Gehweg in die Höhenstadtteile von Karlsruhe ist fertiggestellt. Bis auf zwei Tage hatten wir Radfahrer während der gesamten Bauphase freie Fahrt, während der Autoverkehr einspurig mit Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeführt wurde.

Die Stadt Karlsruhe hat tief in die Tasche gegriffen. An mehreren Stellen musste der Hang abgegraben werden und zwei gigantische Stützmauern sollen sicherstellen, dass kein Geröll auf den Radweg bzw. die Straße fällt.

Von Hohenwettersbach kommend sieht das Ganze jetzt so aus. Am Ortsende bei den letzten Häusern wechselt man an der Verkehrsinsel von der Straße nach links auf den Rad-/Gehweg.

Fahrbahnwechsel am Ortsausgang

Danach quert man die Straße, die in die Bergwaldsiedlung führt. An dieser Stelle sollte jetzt auch dem letzten Autofahrer klar sein, dass hier Radfahrer kreuzen.

Roter Radweg mit neuen Piktogrammen




Reisevorbereitung für den Kaukasus

Die Reisevorbereitungen für unsere diesjährige 6-wöchige Tour nach Georgien, Aserbeidschan und Armenien sind jetzt abgeschlossen. Sie waren etwas umfangreicher als sonst.

  • Reisepass erneuert und Visum für Aserbeidschan für 190 €.
  • Flüge besorgt Dortmund – Kutaissi inklusive Tandem 677 €.

Die Impfungen sind abgeschlossen:

  • Tollwut
  • Hepatitis
  • Meningitis
  • Typhus
  • Sowie Malariatabletten

Alles zusammen ca. 550 € pro Person. Mal sehen was die Kasse so erstatten wird.

Bei unserer Ausrüstung wollten wir Gewicht und Volumen reduzieren. Deshalb haben wir unsere Fotoausrüstung mit zwei DSLR und 5 Objektive von Canon gegen DSLM und 4 Objektive von Olympus bzw. Samyang eingetauscht. Jetzt passen Objektive und Kameras in unsere Lenkertaschen. Ein Fortschritt! Wir sind allerdings noch dabei, uns mit den Kameras vertraut zu machen.




Tandem on Tour

In den nächsten paar Wochen werde ich auf dem Radel-Blog nicht nur selbst schreiben, sondern auch schreiben lassen. Fritz und Brigitte von Tandem on Tour haben sich bereit erklärt, an dieser Stelle über ihre nächste Reise zu berichten.

Fritz und Brigitte von Tandem on Tour (Foto: Tandem on Tour)

Wohin geht es? In den Kaukasus, genauer gesagt nach Georgien, Aserbeidschan und Armenien.

Ihr fahrbarer Untersatz? Ein Tandem!

Zwei Menschen, ein Team (…) Wir wollen für diese wunderbare Art zu reisen werben. Ein Tandem ist ideal um sicherzustellen, dass man zusammen ankommt – immer. Das gilt nicht nur für lange Touren, sondern auch für die Tagestour. Es gibt nur ein paar sportliche Aktivitäten, bei denen zwei Personen mit einem unterschiedlichen Leistungsniveau ein harmonisches Team bilden können. Tandemfahren ist eine davon.
In lockerer Folge werden die beiden Weltenbummler uns berichten, was es heißt, so eine Tour zu planen und durchzuführen. Ich bin jetzt schon gespannt und auch ein bisschen neidisch. Den Kaukasus per Tandem zu „erfahren“ ist doch was ganz anderes, als mit dem Trekkingrad den Weserradweg entlang zu pedalieren.



Mit dem Rad zur Arbeit

Die Aktion Mit dem Rad zur Arbeit läuft seit Anfang Mai. Mitmachen lohnt sich immer noch. Gewinnen tut nämlich jeder – viel frische Luft, stramme Waden und jede Menge Spaß am Radfahren. Die attraktiven Sachpreise, die man abgreifen kann, sind eigentlich nur schmückendes Beiwerk.
Was muss man tun? Ganz einfach – im Aktionszeitraum (noch bis zum 31. August) mindestens 20 Tage mit dem Rad zur Arbeit fahren. Einfacher geht es nun wirklich nicht. Es ist also immer noch möglich, bei der Aktion des ADFC und der AOK mitzumachen.
Ich habe die Mindestanforderung bereits erfüllt, was nicht heißt, dass ich jetzt aufhören werde. Schließlich würde ich ja auch ohne diese Mitmachaktion mit dem Rad zur Arbeit fahren und ich esse einfach für mein Leben gern Schokolade 🙂




Rad-Rowdys

In der gestrigen BNN Ausgabe gab es einen Leserbrief zum Thema Radfahren in der Sophienstraße in Karlsruhe:

Radfahrer = Landplage?

Ich stimme dem Verfasser des Leserbriefes insofern zu, dass auch ich es hasse, wenn sich Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten, so als stünden sie über dem Gesetz, nur weil sie per Rad und nicht mit dem Auto unterwegs sind. Es gibt diese Rad-Rowdys, wie er sie nennt, und sie ruinieren den Ruf aller Radfahrer.

Aber angesichts der steigenden Zahl von Radfahrern auf Karlsruher Straßen von einer „Landplage“ zu reden, halte ich nun doch für etwas übertrieben und am Thema vorbei. Nehmen wir den Ort des Geschehens, die Sophienstraße. Sie ist eine der vielen Fahrradstraßen der Stadt Karlsruhe. Wie die meisten Fahrradstraßen in unserer Stadt ist sie zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

  1. Die winzigen grünen Fahrradpiktogramme auf der Straße sind verblichen und weder für Radfahrer noch für Autofahrer gut erkennbar.
  2. Bis auf eine einzige Ausnahme (ca. 30 Meter langes Teilstück der Erbprinzenstraße) ist auf allen Fahrradstraßen PKW Verkehr zugelassen, so dass es mir schwer fällt überhaupt einen Unterschied zwischen unseren „Fahrradstraßen“ und „normalen“ Straßen zu erkennen.

Die Sophienstraße ist extrem. Auf beiden Seiten parken Autos und dazu kommt die von Herrn Fehrle genannte Rechts-vor-Links-Regelung. Damit will ich jetzt nicht das verkehrswidrige Verhalten von wem auch immer entschuldigen, aber die Situation wäre dort viel entspannter und übersichtlicher, wenn man die Sophienstraße gleich zur Vorfahrtsstraße erklären würde. Noch besser wäre, wenn man – abgesehen von Anliegern – überhaupt keine Autos mehr auf Fahrradstraßen zuließe. Dann könnte man wirklich von Fahrradstraßen reden.