Kategorie: Mein erstes Mal

Bahnhof – abfahren

So stellen wir Radfahrer uns das vor, wenn wir mit unserem fahrbaren Untersatz am HBF ankommen und dann mit dem Zug weiterfahren wollen – Fahrrad abstellen und abfahren. Das muss zack-zack gehen.
Wenn man am Karlsruher Hauptbahnhof ankommt, stellt sich das Bild so dar. Direkt vor und links und rechts neben dem Haupteingang stehen oder liegen jede Menge Räder kunterbunt durcheinander. Manche stehen dort anscheinend schon Tage oder Wochen, wenn ich mal von ihrem desolaten Zustand ausgehe.




Anke goes „viral“

Wenn das so weiter geht, werde ich noch berühmt 😉

  • Die grün-alternative Hochschulgruppe hat in der Quappe meinen Blogbeitrag Jammern auf hohem Niveau (S. 14-15) veröffentlicht.
  • Und mein Artikel Eine lebenswerte Stadt findet sich in der jüngsten Ausgabe der DRUCKSCHRIFT, die vierteljährlich erscheint. Die DRUCKSCHRIFT hat es sich auf die Fahne geschrieben, „das Summen und – vor allem – das Brummen“ der Stadt Karlsruhe in Texte umzusetzen. In der Zeitung kommen auch Initiativen zu Wort, die sich in Karlsruhe engagieren und helfen, die Stadt ein wenig lebens- und liebenswerter zu machen.
    Vertreter / Teilnehmer der Critical Mass wurden um eine Einschätzung zur Lage des Radverkehrs in Karlsruhe gebeten. Wie ist der Stand der Dinge? Tut sich was in Sachen Radverkehrspolitik? Gibt es Visionen? Welchen Beitrag leistet die CM selbst, um diese Visionen wahr werden zu lassen? Eine lebenswerte Stadt ist meine persönliche Antwort auf diese Fragen. Ich bin nur ein Teil der CM. Anderen CM Teilnehmern ist mein Text vielleicht zu zahm oder sie vermissen Ziele und Wünsche, auf die ich nicht hingewiesen habe. Ich würde mich über euer Feedback freuen.



Fahrradschule des ADFC Karlsruhe

Der ADFC Karlsruhe bietet Radfahrkurse für Erwachsene an. Diese Kurse richten sich sowohl an Leute, die noch nie auf einem Rad saßen, als auch an Wiedereinsteiger, die zwar mal Radfahren konnten, aber es eine Ewigkeit nicht mehr gemacht haben und sich somit unsicher fühlen.
Auf DAS FEST wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei dieser Fahrradschule zu helfen. Ich war sofort Feuer und Flamme und habe zugesagt. Wenn man wie ich schon von Kindesbeinen an Radfahren kann, fragt man sich natürlich, wie Erwachsene sich anstellen, wenn sie zum ersten Mal auf zwei Rädern unterwegs sind. Wenn man mich vor dem Kurs gefragt hätte, was glaubst du wie lange ein Erwachsener braucht, das Radfahren zu lernen, hätte ich geantwortet eine Ewigkeit. Ich hätte mich nicht mehr irren können. Es braucht keine Ewigkeit, sondern nur ein paar Tipps, praktische Übungen, den Willen es zu schaffen und aufmunternde Worte.




Ein Packster für jede Gelegenheit

Verglichen mit den großen Brüdern – dem Packster 60 bzw. Packster 80 – ist mein Lastenrad von Riese und Müller eher ein Winzling.

Das ist ja gar kein Lastenrad

war denn auch der erste spontane Eindruck des 1. Vorsitzenden des Karlsruher ADFC nach einer Probefahrt auf DAS FEST. Er war mit dem Packster 80 gekommen und hatte darauf in nur drei Fahrten die gesamten Infostand Utensilien (Faltpavillon, Infomaterial, Getränke, Werbetafeln, Beach-Fähnchen uvm.) transportiert. Ich hätte dafür mindestens zehn Mal hin- und her fahren müssen.

Ein Wechsel vom Packster 80 auf das Packster 40 muss sich etwa so angefühlt haben, als würde man von einem 7,5 Tonner in einen Sprinter umsteigen. Das große Lastenrad hat einen längeren Radstand (207,5 cm vs. 166 cm), eine doppelt so große Ladelänge (80 cm vs. 40 cm) und ein höheres zulässiges Gesamtgewicht (200 kg vs. 160 kg).




Lahme Enten gibt es nicht

Zumindest gibt es sie nicht am kommenden Sonntag an der Alb. Dann findet nämlich in der Günther-Klotz-Anlage das traditionelle Karlsruher Entenrennen statt. Ich konnte noch eine Radler-Ente ergattern, die für mich bzw. den guten Zweck ins Rennen geht.

Falls auch ihr mitmachen und eine Ente für die gute Sache um die Wette schwimmen lassen wollt, müsst ihr euch sputen. Erfahrungsgemäß sind die Enten auf dem Fest selbst schon vergriffen. Also nichts wie hin zu einer der Los-Verkaufsstellen in Karlsruhe  Mit eurem Los bzw. eurer Ente unterstützt ihr soziale Projekte für Kinder und Jugendliche im Raum Karlsruhe und mit etwas Glück gewinnt ihr auch noch einen der mehr als 150 attraktiven Preise.




Überführung des Packster 40

Als hätte ich es im Vorfeld schon geahnt, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft heute eine Klatsche bekommen würde, habe ich den freien Nachmittag nicht vor dem Fernseher verbracht, sondern mein neues Lastenrad abgeholt. Eine gute Wahl, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. Kaum Verkehr und sommerliche Temperaturen – beste Voraussetzungen also, sich mit einem neuen Rad ein wenig vertraut zu machen.

So ein Lastenrad ist natürlich nicht ganz billig. Hätte ich mir wie mein Bruder ein E-Auto gekauft, wäre ich in den Genuss einer staatlichen Förderung von 4000 € gekommen. Wer sich aber als Privatperson ein E-Lastenrad kauft, bekommt derzeit nur in einigen wenigen Kommunen einen Zuschuss. Die Fahrradstadt Karlsruhe ist leider keine dieser Kommunen.

Die Grünen wollen, dass bundesweit alle Käufer von Lastenrädern ab 2019 pauschal mit 1000 Euro pro Rad bezuschusst werden. Selbst wenn sich die Grünen mit ihrem Plan durchsetzen würden, hätte ich nichts davon, denn rückwirkend gibt es diesen Zuschuss nicht. Ich bin meiner Zeit also mal wieder voraus. Aber wie sagt mein Mann immer so schön

Das Geld ist ja nicht weg, es ist nur woanders.

 




Lingen (Ems)

Zwei Tage sind nicht viel, um eine Stadt richtig kennenzulernen, aber als Radfahrer bekommt man schon einen ganz guten ersten Eindruck. Dieser lässt mich hoffen, dass sich meine Jüngste für ihr Master-Studium für Lingen entscheidet, denn dann hätte ich noch oft Gelegenheit, die Stadt und das Umland mit dem Rad zu erkunden und wüsste dann, ob mein erster unter dem Strich positiver Eindruck getrogen hat oder nicht.

Die Kleinstadt mit ca. 53 Tausend Einwohnern hat mir nicht nur wegen der vielen Radfahrer gefallen. Sie hat einfach Charme. Lingen ist eine lebendige Stadt, der man ansieht, dass die Stadtväter sich hier mächtig in Sachen nachhaltiger Stadtplanung ins Zeug gelegt haben. Statt 1-Euro-Läden, Dönerbuden und Hörgeräteakkustiker bietet die Innenstadt einen Mix aus erwartbarer Ketten und erstaunlich vielen alteingesessenen Geschäften, die wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten im Familienbesitz sind. Das Stadtzentrum ist, wenn man mal vom Lieferverkehr absieht, komplett autofrei. Radfahrer dürfen die Fußgängerzone nur zwischen 18 und 10 Uhr morgens befahren, ansonsten ist schieben angesagt. Das hört sich im ersten Moment schlimm an, ist es aber nicht, denn so riesig ist die Fußgängerzone nun auch wieder nicht, dass man kilometerweit schieben müsste.




Standdienst beim ADFC

Eigentlich bin ich ja eher so etwas wie eine „Karteileiche“ beim ADFC. Ich zahle brav meine Beiträge und gehe ab und zu mal zu einer Sitzung, aber das war’s dann auch schon. Mein schlechtes Gewissen den vielen fleißigen ADFC Mitgliedern gegenüber ist dementsprechend groß. Um ein wenig Abbitte zu leisten, habe ich mich am letzten Wochenende bereit erklärt, Standdienst auf dem Mobilitätsfestival in Karlsruhe zu übernehmen. Denn wenn man schon Mitglied in einem Verein ist, muss man auch ab und zu mal selbst aktiv mithelfen, sonst funktioniert das nicht.

Anscheinend hatten sich viele Radfahrer schon im Vorfeld schlau gemacht und wussten, dass der ADFC an diesem Wochenende Räder codieren würde. Dementsprechend groß war der Andrang. Allein drei bis vier Leute waren den ganzen Tag damit beschäftigt, die Daten der Räder / Besitzer aufzunehmen, Quittungen und Personalausweise mit den Angaben auf dem Codier-Auftrag zu vergleichen und die Codierung selbst vorzunehmen. Wer da allerdings gedacht hatte „der frühe Vogel fängt den Wurm“, lag leider falsch, denn viele Radfahrer hatten denselben Gedanken. Dementsprechend groß war das Gedränge am Samstag- und Sonntagmorgen. Aber Radfahrer sind ja in der Regel tiefenentspannt, wie dieses Ehepaar, das extra angereist war, um die nagelneuen Räder codieren zu lassen. Die Codierung selbst geht zwar schnell, ist aber nicht in einem Arbeitsgang getan und bisweilen etwas fummelig




Spendenübergabe

Gestern Nachmittag war Spendenübergabe auf dem Mobilitätsfestival in Karlsruhe. Die Aktion Karlsruher Spendenradeln war ein voller Erfolg. Knapp Hundert Radler sind wie ich ein paar Wochen mit ihren Radscheiben durch Karlsruhe gefahren und haben Werbung für die unterschiedlichsten Firmen gemacht. Die Firmen haben für jede Radscheibe 40 € gespendet. Es  konnten also einige Tausend Euro in Form von symbolischen Schecks an die einzelnen sozialen Einrichtungen übergeben werden.

Ich möchte an dieser Stelle denen danken und meine Hochachtung aussprechen, die gestern nicht als Offizielle auf der Bühne standen, nämlich den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen vor Ort, die das Kostbarste geben, was wir haben, ihre Zeit. Sie sind es, die durch ihren unermüdlichen Einsatz dafür sorgen, dass das löchrig gewordene soziale Netz überhaupt noch hält. Ohne ihr Engagement gäbe es keine Tafeln, Hospize, Jugendwerkstätten und die vielen anderen sozialen Einrichtungen, an die gestern die Schecks verteilt wurden.




Wartungs- u. Reparaturkurs für Anfänger

Ich kann zwar einen Schlauch wechseln und weiß auch wann es Zeit wird, die Kette, die Bremsbeläge oder das Getriebeöl zu erneuern, habe aber – wenn man mal vom Schlauchwechsel absieht – keine dieser Reparatur- und Wartungsarbeiten je selbst durchgeführt. Ich war einfach zu bequem. Wozu hat man einen Mann, der handwerklich geschickt ist und sich noch dazu mit Fahrrädern auskennt! Kleinere Reparaturen – Schaltung einstellen oder Kette und Kassette wechseln – hat bis dato mein Mann durchgeführt. Wenn er keine Zeit hatte, habe ich meine Räder in die Werkstatt meines Vertrauens gebracht.

Aber wie heißt es so schön – selbst ist die Frau!

Als vor knapp zwei Wochen der ADFC seine neue Selbsthilfewerkstatt der Öffentlichkeit vorgestellt hat, war ich eigentlich nur da, weil ich neugierig auf den Werkzeugschrank war. Ihn bzw. das Werkzeug darin mal selbst auszuprobieren, war nicht mein Plan. Als aber Im Verlauf des Abends darauf hingewiesen wurde, dass bald ein Reparatur- und Wartungskurs stattfinden würde und nur noch wenige Plätze frei seien, habe ich mich spontan angemeldet. Wieso nicht mal selbst reparieren! So schwer kann das ja nicht sein. Auch nervt es mich schon lange, dass ich nach einem Schlauchwechsel beim Hinterrad immer unsicher bin, wo ich das Schaltwerk hin drücken muss, damit die Kette richtig um die beiden Umlenkrollen gelenkt wird. Sich mal nicht wie ein Volldepp fühlen hätte auch seinen Reiz.