Kategorie: Kurioses

Fahrradsättel

Wie heißt es so schön, auf jeden Topf passt auch ein Deckel. Genauso verhält es sich mit Fahrradsätteln. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Es gibt weiche Sättel und harte, schmale und breite, mit Entlastungsöffnung und ohne, aus Leder, Kautschuk oder Kunststoff. Die Farben Braun und Schwarz dominieren. Wer seinen Sattel farblich aufpeppen oder gegen Regen schützen will, stülpt einen Sattelschutz darüber und wem der Sattel zu hart oder zu kalt ist, greift zum Lammfell-Schoner. Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

 




Achtung Gänse

Mit Gänsen ist nicht zu spaßen, zumal wenn die Alten ihren Nachwuchs bewachen. Davon können die Karlsruher Mountainbiker, die über den Hedwigshof zum Strommasten-Downhill fahren, sicherlich ein Lied singen. Ich bin an der Stelle eine meiner schnellsten Zeiten gelaufen, als mich mal eine Gans verfolgt hat.

Samstag haben mich die aggressiven Biester angegiftet, als ich an ihnen auf dem Weg zur SPEZI in Germersheim etwa zwei Kilometer vor der Rheinbrücke (Höhe Knielingen) vorbeifahren wollte. Ich hätte ja zu gern die knuddeligen nur aus Flaum zu bestehenden Küken fotografiert, aber daran war angesichts des weit aufgerissenen Schnabels eines wachsamen Elternteils gar nicht denken. So konnte ich nur mit der GoPro beim Vorbeifahren ein paar Schnappschüsse einfangen.

 

Heute am 1. Mai sind viele Familien per Rad unterwegs zum Rhein. Passt auf, wenn ihr diese Stelle passiert. Denn wie gesagt, mit Gänsen ist nicht zu Spaßen.




Pole Position fürs Rad

Ich nenne die unten im Bild rot markierte Fläche „Pole Position fürs Rad“, der Terminus technicus lautet aufgeweiteter Radaufstellstreifen. PKWs und Motorräder müssen an der zurückgesetzten Haltelinie stehen bleiben, sodass Radfahrer die Möglichkeit haben, rechts vorbeizufahren, um sich vor die wartenden Fahrzeuge aufzustellen. Vorteil – es sinkt das Risiko, von einem Rechtsabbieger „übersehen“ zu werden, weil man im direkten Sichtfeld der nachfolgenden Autofahrer steht.

Kreuzung Waldstraße Zirkel gegenüber der Staatlichen Kunsthalle In Karlsruhe

Wenn diese Aufstellfläche dann auch noch farblich hervorgehoben ist, um so besser. Alles wäre super, wenn mittlerweile nicht auch Roller- und Mofa-Fahrer die Vorzüge dieser „Pole-Position“ für sich entdeckt hätten.




Nicht jeder ist ein Allwetterradler

Ob jemand mit dem Rad fährt oder nicht, scheint immer noch stark vom Wetter abzuhängen. Gestern Nachmittag stand ich eine Weile am Karlsruher Fahrradzähler in der Erbprinzenstraße.
In Stuttgart machte gerade die Runde, dass die dort installierten Zähler nicht genau seien und Radfahrer unterschlagen werden. Also stand ich da im Regen und zählte Radfahrer. Gerade mal etwas mehr als 2700 Radfahrer hatten die Erbprinzenstraße bis kurz vor vier Uhr nachmittags passiert. Zugegeben – es regnete und 11 Grad sind auch nicht gerade mollig, aber ich hätte zu diesem Zeitpunkt mit einer größeren Anzahl von Radlern gerechnet. Übrigens konnte ich keine Fehler bei unserem Fahrradzähler entdecken. Egal ob einzeln oder im Doppelpack, schnell, langsam oder ihr Fahrrad schiebend, alle Radfahrer, die die Induktionsschleife überquerten, wurden vom Zähler erfasst.

Fahrradzähler Erbprinzenstraße




Sei doch nicht so pütscherig!

Mit „pütscherig“ – was auf hochdeutsch so viel heißt wie „pedantisch“ oder „kleinlich“ – bin ich gemeint. Wieso bin ich in den Augen meiner Familie pütscherig? Weil ich was kritisiert hatte, was den Ortsansässigen anscheinend gar nicht übel aufstößt – Radwege, vor deren Zustand man lieber mit zusätzlich aufgestellten Schildern warnt,




Pimp your Bike

Wenn man heutzutage in eine Buchhandlung geht, fragt man sich ja manchmal, womit dort der meiste Umsatz gemacht wird – mit dem Verkauf von Büchern oder Nonbooks wie Sparschweine, Tassen, Kugelschreiber oder Kissen. Bisher reichte die Bandbreite dieser Nonbooks vom Bürobedarf über Einrichtungsgegenstände bis hin zum Geschirr.

Eine Firma hat jetzt den Radfahrer als Zielgruppe entdeckt und vertreibt über den Buchhandel Klingeln, Sattelbezüge, Fahrradgriffe und Fahrradkleider.

Mein Fahrrad gefällt mir ja so wie es ist – schlicht, schwarz und mit gehobener Ausstattung. Mir sind die „inneren Werte“ – Rohloff Schaltung, SON-Lampe / Nabendynamo, Brooks Sattel, etc. – wichtiger als ein auffälliges Aussehen. Im Gegenteil, bunter Schnickschnack käme einem Stilbruch gleich. Aber eurem Rad tut ein wenig Farbe vielleicht ganz gut. Im Fachhandel gibt es zwar ähnliche Sachen für weniger Geld, aber was soll’s.




Die Zahlen zum Sonntag

Die nachfolgende Statistik stammt aus dem Magazin VivaVeloMAGAZIN. Wenn man sieht, dass die meisten Strecken, die täglich mit dem Auto zurückgelegt werden, unter 10 Kilometer liegen, dann hat das Fahrrad bzw. das Pedelec noch jede Menge Potential.

Nicht vergessen sollte man dazu, dass das Auto nach so einer Fahrt, dann erst mal Stunden ungenutzt herumsteht, aber trotzdem Geld frisst und Platz beansprucht. Laut einem Bericht in der TAZ steht ein PKW jeden Tag im Schnitt 23 Stunden ungenutzt herum. Was für eine Verschwendung!

Der Vergleich hinkt natürlich, aber mit dem Auto verhält es sich ähnlich wie mit dem Rauchen. Jeder Raucher weiß, dass Zigaretten ungesund sind. Auch der Autofahrer weiß, dass es schizophren ist, fünf Kilometer mit dem PKW in die Stadt zu fahren, dort ein paar Runden auf der Suche nach einem Parkplatz um den Block zu kreisen und dann das Auto den Tag über stehen zu lassen. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch schwach. Gründe nicht mit dem Rauchen aufzuhören oder nicht umzusteigen aufs Rad oder den ÖPNV finden sich schnell, denn …

der Mensch ist vor allem eins: bequem!




KA-Feedback

Über das Portal KA-Feedback können wir Karlsruher der Stadt Gefahrenstellen, Verschmutzungen, Verkehrsverstöße, falsche Ampelschaltungen u.v.m. melden. Anfangs kam ich mir vor wie ein Denunziant oder Besserwisser, wenn ich das Portal genutzt habe. Mittlerweile sehe ich das mit anderen Augen, denn nur wenn man der Stadt mitteilt, wo etwas im Argen liegt, kann sie einen Missstand beheben.

Auch auf der letzten ADFC Mitgliederversammlung hat man uns nochmals nachdrücklich gebeten, dieses Portal zu nutzen und nicht Ruhe zu geben, bis ein Fall zu unserer Zufriedenheit abgeschlossen wurde. Das habe ich  jetzt mal durchgezogen. Es ging um die Absperrung und das übersprühte Schild auf dem Radweg an der Alb. Ich hatte dort bei Hochwasser nasse Füße bekommen, weil die Schranke den Weg mal gerade ein paar Zentimeter absperrt und der Text auf dem Schild schon seit langem nicht mehr lesbar ist.




Ist das Kunst oder kann das weg?

Wer plant so etwas? Radfahrer sicherlich nicht! Ein Radweg – hier sogar ein Zweirichtungsradweg – der abrupt in Parkplätze mündet, ist bestenfalls ein Witz und schlimmstenfalls gefährlich. Diesen „Radweg“ benutzt daher sowieso niemand. Alltagsradler fahren hier gleich mittig auf der Straße, damit kein Autofahrer auf die Idee kommt zu überholen, obwohl dafür aufgrund der rechts parkenden Fahrzeuge kein Platz ist. Ängstliche Radfahrer benutzen leider den Gehweg, was nicht im Sinne des Erfinders ist.

Diese Straße verläuft parallel zur Neureuter Straße (B36) in Richtung Siemens Allee / Gablonzer Straße. Baulich bietet sie also ähnliche Voraussetzungen wie die im vergangenen Jahr neu ausgewiesene Fahrradstraße in der Kaiserallee. Um herauszufinden, ob die anderen Voraussetzungen (Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart, der motorisierte Verkehr weniger als 3000 Fahrzeuge/Tag)  auch erfüllt wären, müsste man allerdings eine Verkehrszählung durchführen.

Eigentlich bin ich ja nur ein passives ADFC Mitglied – eine sogenannte Karteileiche. Aber vielleicht sollte ich doch an der nächsten ADFC Mitgliederversammlung teilnehmen, um in Erfahrung zu bringen, wie die Vorgehensweise ist, wenn man den Stadtvätern eine Straße als potentielle Fahrradstraße vorschlagen möchte.




Der Film zum Sonntag

Das Gute vorweg – das Video „Mt. Wilson – Los Angeles“ ist kein von Red Bull gesponserter Film mit Musikuntermalung. Er wird vom Downhiller Alex Chamberlin während der Fahrt kommentiert, der auch den Anstand hat, unterwegs mal vor Anstrengung laut zu atmen. In manchen Videos hat man ja sonst den Eindruck, dass Downhill fahren ein Kinderspiel wäre.
Seit ich selbst eine Kamera am Rad montiert habe weiß ich zwar, dass vieles in der Realität gar nicht so spektakulär war wie es hinterher im Film den Anschein hat, aber dennoch – wer gut 20 Kilometer voller Konzentration den Berg herunter fahren kann und dabei über 1500 Höhenmeter überwindet, der versteht sein Handwerk. Der Film zeigt auch gut welche Belastungen so ein Downhill MTB aushalten muss. Hier lohnt die Investition in gescheites Material.  Man sieht ebenfalls womit man beim Downhillen immer rechnen muss: plötzlich auftauchende Hindernisse auf der Strecke in Form von Wanderern und Joggern. Das ist natürlich mega-gefährlich. Zumal wenn die den Weg versperren wie Eichen.

Typisch für den englischen Sprachgebrauch fand ich auch Aussagen wie … oh, this is interesting! bei einer gefährlichen Stelle oder … oh, this is sick! bei einer wie ich fand extrem schweren Passage.

Schaut euch den Film doch einfach mal von vorne bis hinten an.