Der 2. Aufguss des Karlsruher Brückenkaffees war alles andere als dünne Plörre. Im Gegenteil, ich finde die Aktionsform hat Potential, auch in Karlsruhe in Serie zu gehen.
Wenn man wie ich in Grünwettersbach wohnt und in der Nordweststadt arbeitet, liegt die Karlsruher Rheinbrücke natürlich nicht gerade auf dem Weg, aber was tut man nicht alles, wenn man von einer Idee begeistert ist.
Kurz nach 5 Uhr habe ich mich mit dem Lastenrad auf den Weg gemacht. Geladen hatte ich Obst, Kekse sowie tolle Mitbringsel von Glückskind, als moralische Unterstützung fürs Karlsruher Brückenkaffee.

Kurz nach 6 Uhr morgens wurde das „Kaffee“ eröffnet. Der Initiator – @PHPmacher – hatte Muffins und Kaffee dabei und @lexLohr seinen legendären Coldbrew. Fürs Kulinarische war also gesorgt.
Dicht neben einer vierspurigen Schnellstraße hält sich das Ambiente eines Brückenkaffees für Radfahrer natürlich in Grenzen. Aber das Wetter war phantastisch und ein nicht enden wollender Strom von Radfahrern querte die Brücke zwischen Pfalz und Baden-Württemberg. Da ich nur selten über die Rheinbrücke fahre, war mir nicht bewusst wie viel Pendler diese Route tagtäglich mit dem Rad zurücklegen. Schon auf dem Weg zur Rheinbrücke waren mir etliche Radfahrer aus Richtung Pfalz entgegengekommen. Was auffiel war die Hast und Eile, mit der die meisten unterwegs waren. Vielleicht 10 % der Pendler hatten Zeit für ein kleines Schwätzchen.

Keine Zeit, bin schon spät dran

erwiderten die meisten Radfahrer auf unsere Frage, ob sie Appetit auf einen Muffin, etwas Obst oder einen Kaffee hätten. Wahrscheinlich waren viele auch einfach zu perplex mitten auf der Brücke diese Frage von wildfremden Leuten gestellt zu bekommen. Wer verteilt schon kostenlos Kaffee und Kuchen! Wenn unsere Räder nicht links und rechts des Radweges gewesen wären, hätte man uns wahrscheinlich mit Argwohn angeblickt.

Doch auch wenn die meisten Radfahrer hastig an uns vorbei radelten, die Resonanz war positiv:

Tolle Aktion! Super Idee!

Es war wie in ähnlichen Situationen auch, wenn erst mal einer anhält, dann traut sich auch ein zweiter. Ein paar Radler kamen auch gezielt, weil sie von der Aktion gehört hatten oder bereits bei der ersten Auflage im März mit dabei waren. Die Aktion Brückenkaffee muss sich erst mal rumsprechen. Die ersten Schritte dazu sind getan. Es gibt auch bereits einen eigenen Twitter Account:

Den Termin kann man sich leicht merken: Immer am letzten Mittwoch des Monats hat das Karlsruher Brückenkaffee von 6 – 9 Uhr morgens geöffnet. Neugierig geworden? Dann schaut doch einfach das nächste Mal auf einen Kaffee vorbei.