Autor: <span class="vcard">Anke</span>

Radinfrastruktur – Leuchtturmprojekte für Karlsruhe

Gestern habe ich über das Verkehrspolitische Programm des ADFC Karlsruhe berichtet, das in einer Entwurfsfassung vorliegt und wenn es nach dem ADFC geht bei der nächsten Fortschreibung des 20-Punkte-Programms zur Förderung des Radverkehrs in Karlsruhe mit einfließen soll. Unter dem Abschnitt „Infrastruktur“ geht es u.a. um Groß- und Leuchtturmprojekte für Karlsruhe. Bis 2025 sollen mindestens drei solcher Leuchttumprojekte verwirklicht werden. Als Beispiel wird eine wegen ihrer Form Schlange genannte Brücke nur für Radfahrer genannt, die 2014 in Kopenhagen fertiggestellt wurde. Der ADFC verweist in diesem Zusammenhang auf die schlechte Anbindung des Rheinhafens für Radfahrer und könnte sich so ein Leuchtturmprojekt dort vorstellen.

Ich hätte da ja einen weiteren Vorschlag, nämlich den Aus- / Umbau der Fußgängerbrücke am Rüppurrer Schloss. Derzeit müssen Radfahrer absteigen und schieben, wenn sie die Brücke zur Querung der Ettlinger Allee/ Herrenalber Straße benutzen wollen. Da ziehen es die meisten Radfahrer vor, an der Ampel zu warten, um die Kreuzung fahrend zu überqueren. Morgens vor Schulbeginn und nachmittags nach Schulende reicht eine Grünphase in der Regel nicht aus, um alle an der Ampel wartenden Schüler sicher über die Kreuzung zu bringen. Wenn man Pech hat und eine Straßenbahn kommt, fällt eine Grünphase dann auch schon mal aus.




Verkehrspolitisches Programm des ADFC Karlsruhe

Gestern war ADFC Mitgliederversammlung. Neben der Entlastung und Neuwahl des Vorstands sowie der Bekanntgabe der Pläne des ADFC fürs Jahr 2018 stand folgender Antrag auf der Tagesordnung:

Radverkehr in Karlsruhe – das verkehrspolitische Programm des ADFC Karlsruhe

Laut Präambel des 2005 aufgestellten 20-Punkte-Programms zur Förderung des Radverkehrs will sich Karlsruhe als die Fahrrad-Großstadt Nr. 1 in Süddeutsch­land positio­nie­renEs wurde auch schon einiges getan, um diesem Ziel näher zu kommen, aber von einer echten Verkehrswende sind wir noch Meilen weit entfernt. Weiße Farbe und Fahrrad-Piktogramme auf der Straße machen aus einer vom Auto dominierten Stadt noch keine Fahrradstadt. Wenn man dem Radverkehr mehr Raum geben will, muss man ihn woanders wegnehmen. Das erfordert Mut und politischen Willen.




Critical Mass KA Februar 2018

Für die am Freitag, den 23. Februar um 18 Uhr auf dem Kronenplatz startende Critical Mass habe ich mir schon mal ein T-Shirt mit passendem Motiv zugelegt. So in etwa stelle ich mir das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Radfahrern und MIV im Stadtzentrum vor. In Karlsruhe ist dieses Verhältnis nicht nur auf den 12 Fahrradstraßen bereits gelebte Realität. Genauso sieht es auf den Zufahrtsstraßen zu den weiterführenden Schulen aus. Beispiel: Max-Planck-Gymnasium in Rüppurr. Morgens um 7.30 Uhr kommen mir an der Kreuzung am Rüppurrer Schloss Heerscharen von Radfahrern entgegen. Nach Schulschluss das gleiche Bild, nur in umgekehrter Richtung. Die Hauptroute zu dieser Schule (Rechts der Alb, Heidelberger Straße, Am Rüppurrer Schoss und Krokusweg) sollte man als eine weitere Fahrradstraße ausweisen, da Radfahrer hier sowieso in der Mehrzahl sind.

Karlsruhe hat bereits einen hohen Radverkehrsanteil. Aber es gibt da noch jede Menge Luft nach oben. Wenn die Randbedingungen stimmen – insbesondere die Infrastruktur –  steigen noch mehr Menschen um vom MIV aufs Rad. Nicht zuletzt um diese Botschaft rüber zu bringen, treffen wir Radfahrer uns immer am letzten Freitag des Monats zu unserer Critical Mass.  Es wäre natürlich toll, wenn trotz der niedrigen Temperaturen wieder viele Karlsruher mit ihrem Fahrrad zum Kronenplatz kämen, um auf der knapp 12 Kilometer langen Radtour durch die Stadt Flagge zu zeigen und für die Rechte der Radfahrer einzutreten. Der Streckenverlauf ist einmal mehr zentrumsnah gewählt. Nur so können wir auch in der dunklen Jahreszeit Aufmerksamkeit erregen und neue Mitstreiter gewinnen.

Hier noch mal die Daten im Überblick:

  • Start: 18 Uhr Kronenplatz
  • Ziel: ca. 19 Uhr Platz vor der Kirche St. Stephan
  • After Mass: Alte Bank in der Herrenstraße



Kompressionsstrümpfe

Wenn man das Wort Kompressionsstrümpfe hört, denkt man unwillkürlich an die potthässlichen hautfarbenen Anti-Thrombosestrümpfe, die u.a. im Krankenhaus nach einer Operation zum Einsatz kommen. Als die ersten Sportkompressionsstrümpfe 2007 auf den Markt kamen und jeder noch so untalentierte Läufer meinte, seine Schnelligkeit und Ausdauer allein durchs Tragen dieser Dinger steigern zu können, war ich gelinde gesagt skeptisch. Kompressionsstrümpfe fand ich damals so überflüssig wie Nasenpflaster.
Doch dann habe ich bei einem Lauf-Wettbewerb ein Paar CEP Compression Sportsocks geschenkt bekommen und natürlich auch ausprobiert. Was die Nasenpflaster anbetrifft hat sich meine Meinung nicht geändert, aber Kompressionsstrümpfe sehe ich mit komplett anderen Augen und kann sie nur jedem Sportler im Kampf gegen schwere Beine empfehlen.




Ist das Kunst oder kann das weg?

Wer plant so etwas? Radfahrer sicherlich nicht! Ein Radweg – hier sogar ein Zweirichtungsradweg – der abrupt in Parkplätze mündet, ist bestenfalls ein Witz und schlimmstenfalls gefährlich. Diesen „Radweg“ benutzt daher sowieso niemand. Alltagsradler fahren hier gleich mittig auf der Straße, damit kein Autofahrer auf die Idee kommt zu überholen, obwohl dafür aufgrund der rechts parkenden Fahrzeuge kein Platz ist. Ängstliche Radfahrer benutzen leider den Gehweg, was nicht im Sinne des Erfinders ist.

Diese Straße verläuft parallel zur Neureuter Straße (B36) in Richtung Siemens Allee / Gablonzer Straße. Baulich bietet sie also ähnliche Voraussetzungen wie die im vergangenen Jahr neu ausgewiesene Fahrradstraße in der Kaiserallee. Um herauszufinden, ob die anderen Voraussetzungen (Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart, der motorisierte Verkehr weniger als 3000 Fahrzeuge/Tag)  auch erfüllt wären, müsste man allerdings eine Verkehrszählung durchführen.

Eigentlich bin ich ja nur ein passives ADFC Mitglied – eine sogenannte Karteileiche. Aber vielleicht sollte ich doch an der nächsten ADFC Mitgliederversammlung teilnehmen, um in Erfahrung zu bringen, wie die Vorgehensweise ist, wenn man den Stadtvätern eine Straße als potentielle Fahrradstraße vorschlagen möchte.




Der Film zum Sonntag

Das Gute vorweg – das Video „Mt. Wilson – Los Angeles“ ist kein von Red Bull gesponserter Film mit Musikuntermalung. Er wird vom Downhiller Alex Chamberlin während der Fahrt kommentiert, der auch den Anstand hat, unterwegs mal vor Anstrengung laut zu atmen. In manchen Videos hat man ja sonst den Eindruck, dass Downhill fahren ein Kinderspiel wäre.
Seit ich selbst eine Kamera am Rad montiert habe weiß ich zwar, dass vieles in der Realität gar nicht so spektakulär war wie es hinterher im Film den Anschein hat, aber dennoch – wer gut 20 Kilometer voller Konzentration den Berg herunter fahren kann und dabei über 1500 Höhenmeter überwindet, der versteht sein Handwerk. Der Film zeigt auch gut welche Belastungen so ein Downhill MTB aushalten muss. Hier lohnt die Investition in gescheites Material.  Man sieht ebenfalls womit man beim Downhillen immer rechnen muss: plötzlich auftauchende Hindernisse auf der Strecke in Form von Wanderern und Joggern. Das ist natürlich mega-gefährlich. Zumal wenn die den Weg versperren wie Eichen.

Typisch für den englischen Sprachgebrauch fand ich auch Aussagen wie … oh, this is interesting! bei einer gefährlichen Stelle oder … oh, this is sick! bei einer wie ich fand extrem schweren Passage.

Schaut euch den Film doch einfach mal von vorne bis hinten an.




Behält auch ein abgehängtes Schild seine Gültigkeit?

Diese Frage stellt sich mir seit Kurzem auf einer meiner Joggingrunden. Eigentlich ist der geschotterte Weg für den motorisierten Verkehr verboten (Zeichen 260: Verbot für Krafträder und Kraftwagen). Jetzt wurde das Schild von wem auch immer mit einem Müllsack abgedeckt. Anhand der Form des Schildes kann man nicht erkennen, was hier verboten ist. Das könnte alles Mögliche sein, angefangen vom Verbot für Fahrzeuge aller Art, über Verbot für den Radverkehr bis hin zu Verbot für Viehtrieb.




Wer ganzjährig Rad fährt ist seltener krank

Menschen, die ihren Arbeitsweg aktiv gestalten, d.h. zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren, sind weniger häufig krank als Pendler, die mit dem Auto fahren oder den Bus benutzen.
So what, wird jetzt manch einer sagen. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu. Wenn das aber ein alter Hut ist, frage ich mich natürlich, wieso es Beraterfirmen wie die EcoLibro GmbH braucht, um Behörden sowie große und kleine Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer und attraktiver Mobilitätsstrategien zu unterstützen, sprich den Unternehmen zu zeigen, welche Anreize sie schaffen müssen, damit ihre Mitarbeiter freiwillig ihr Mobilitätsverhalten ändern.




Winter Bike to Work Day

Freitag, der 9. Februar 2018 = International Winter Bike to Work Day!

Wer wie ich sowieso bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit fährt, an dem gehen Tage wie der International Winter Bike to Work Day komplett vorüber. Wenn Christine Lehmann in ihrem heutigen Blogbeitrag nicht darüber berichtet hätte, wüsste ich nicht, dass es diesen Gedenktag überhaupt gibt. Dort findet ihr auch mehr über die Entstehung und Geschichte dieses Tages.

Für mich und viele anderen Karlsruher ist das bereits gelebte Normalität. Dunkelheit, Kälte, Nässe und Schnee halten uns nicht davon ab, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Die Zahl der „Schönwetter-Radfahrer“ ist aber auch in Karlsruhe noch größer als die der „Ich-fahre-bei-jedem-Wetter-Radler. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht hilft ja so ein Gedenktag, noch mehr Leute zu motivieren. Also nehmt doch diesen Tag einfach mal zum Anlass, in die Fahrradsaison 2018 zu starten. Wer sich anmelden will, kann das hier machen.

 

 




Rad fahren verlernt man nicht

Rad fahren verlernt man nicht, so heißt es jedenfalls landläufig. Ob das auch aufs Einrad fahren zutrifft? Seit gestern schleiche ich um das Einrad meiner Ältesten. Soll ich es noch mal probieren? In mir streiten zwei Seelen.

Lass es, sagt die eine Stimme, du bist schließlich nicht mehr die Jüngste!

Sei kein Feigling, versuche es wenigstens, erwidert die andere.

No risk no fun! Hoffentlich werden das keine famous last words …

 

Nachtrag: Auch das Einrad fahren verlernt man nicht 🙂 Ich habe bei uns auf dem Flur den Teppich zur Seite gerollt und es gewagt. Die Angst fuhr zunächst mit, aber erstaunlicherweise kann man auch nach Jahren noch auf ein Einrad steigen und weiß instinktiv wie es geht.


Tags: