Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Aktion Brückenkaffee

Die Pfälzer können es und die Hessen können es auch. Da müssten wir Baden-Württemberger es doch eigentlich ebenfalls hinbekommen. Wir können schließlich alles, außer Hochdeutsch.
Worum geht es? Um die Aktion Brückenkaffee. Es handelt sich dabei nicht um ein Café im herkömmlichen Sinne, in das ich hineinspazieren könnte, um dort gemütlich ein Stück Kuchen zu essen. Mit der Aktionsform Brückenkaffee, die in Frankfurt auf einer Mainbrücke und in Ludwigshafen auf einer Rheinbrücke stattfindet, will man den Pendlern, die mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule, zur Uni, zur Kita, zum Einkaufen oder wo auch immer hinfahren, seine Wertschätzung bekunden.

Danke, dass Ihr mit dem Rad fahrt!

Als kleines Zeichen der Anerkennung gibt es Tee, Kaffee, Selbstgebackenes und Obst.
In Karlsruhe haben wir bereits eine Aktion, bei der Radfahrer*Innen im Fokus stehen: Am 6. Dezember verteilen Karlsruher Stadträte Schoko-Weihnachtsmänner an alle Radfahrenden, die früh morgens im Dunkeln mit Licht am Rad durch die Erbprinzenstraße bzw. über den Ludwigsplatz fahren.  Das ist, finde ich, eine nette Geste. Aber warum nicht öfter mal Danke sagen. Die Aktion Brückenkaffee wäre so eine Möglichkeit, uns bei den vielen Pendlern, die bei Wind und Wetter mit dem Rad unterwegs sind, zu bedanken.
Ich habe lange überlegt, wo genau man in Karlsruhe ein Brückenkaffee veranstalten könnte.

  • Rheinbrücke? Baustelle, Stau, Gestank, Lärm! Man könnte dort ein Zeichen setzen und den Autofahrern zeigen, dass man mit dem Rad auch ohne Stau von der Pfalz nach Karlsruhe und zurück fahren kann. Ich bezweifle allerdings, dass man während der Bauphase eine Genehmigung für ein Brückenkaffee an dieser Stelle bekommen wird.
  • Hirschbrücke? Zentral gelegen und jede Menge Radfahrer zu allen Tageszeiten. Auch hier könnte man deutlich machen, dass man mit dem Rad in der Stadt eindeutig dem MIV überlegen ist.
  • Wasserwerkbrücke? Noch im Bau, Hauptradroute der Pendler aus den Berdörfern und alle, die in die Südstadt bzw. den Oberwald wollen. Nach der Fertigstellung ist die Brücke wie gehabt nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Da die Verlängerung der Wasserwerkbrücke über die Südtangente führt, auf der der Verkehr zur Rushhour mehr steht als fährt, könnte man auch hier mit einer Aktion Brückenkaffee ein Zeichen setzen.
  • Eine der vielen Brücken über die Alb in der Günther-Klotz-Anlage? Zentral gelegen, jede Menge Radfahrer zu allen Tageszeiten, kein MIV.

Ich kann mich nicht entscheiden. Wenn es bei der Aktion mehr darum geht, den Radfahrern und Fußgängern seine Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, dann tendiere ich zu den eher zentral gelegenen Brücken in der Stadt. Wenn man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte – ein Zeichen setzen und Danke sagen – dann spricht alles für die Rheinbrücke.

Wo auch immer sie stattfindet, ich kann so eine Aktion natürlich nicht alleine schultern, dazu brauche ich Gleichgesinnte. Hier ist Follower-Power gefragt. Vielleicht könnte sich ja auch der ADFC oder der eine oder andere Critical Mass Teilnehmer mit dem Gedanken anfreunden, bei der Aktion Brückenkaffee mitzuhelfen.

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Brückenkaffee – Umfrageergebnis

  1. Martin

    Hi,
    tolle Idee! Auch die Brücken über die Autobahn oder Eisenbahn kann ich mir vorstellen . Wenn es zeitlich passt helfe ich mit
    Gruß

    • Anke

      Danke für das Feedback, die Idee eines Brückenkaffees in Karlsruhe scheint anzukommen. Ich melde mich, wenn es konkretere Formen annimmt. Bisher ist meine Umfrage auf Twitter alles andere als repräsentativ. Die Rheinbrücke und die Wasserwerkbrücke liegen Kopf an Kopf vorn. Dann folgt die Hirschbrücke. Die Brücken über die Alb scheinen aus dem Rennen. Aber die Umfrage läuft ja noch drei Tage.

  2. eva

    Schöne Idee!
    Doch, der Spruch geht mehr ins württembergische und ich bin ein Württemberger und Karlsruhe gehört nun mal zu Baden und die Badener sprechen Badisch.

    Wir Württemberger sprechen Schwäbisch.
    One mir könnet älles, außer Hochdeutsch.

    1952 sprachen sich die Badener und die Württemberger durch einen Volksentscheid für Baden-Württemberg aus. Ich weiß nicht, ob das heute auch noch so wäre.

    Da gibt es halt immer wieder Meinungsverschiedenheiten.

    :-)))
    Lieben Gruß Eva

    • Anke

      Ich muss anscheinend noch eine Menge über meine neue Wahlheimat lernen. Bin in Bremen geboren, in Niedersachsen aufgewachsen, habe in der Pfalz studiert und lebe jetzt schon eine gute Weile in Baden-Württemberg. Ich gehöre also zu den Neigeschmeckte, die weder badisch noch schwäbisch können. Im Gegenteil, ich bin nur des Hochdeutschen mächtig. Man könnte sich aber mit mir auf Plattdeutsch unterhalten 😉 Das ist irgendwie hängen geblieben, obwohl ich schon so lange fort bin aus Norddeutschland.

  3. Diejenigen, die über die Rheinbrücke kommen, sind natürlich schon fast automatisch Langstreckler, die sich ganz bestimmt mal eine Belohnung verdient haben.
    Ich selbst favorisiere aber ein bisschen die Hirschbrücke, weil ich denke, dass man dort eine sehr breite Wirkung haben könnte – vielleicht mehr Leute erreicht, die es als Anstoß nehmen würde. Zudem – mein wichtigster Grund – ist es Schulweg für viele Kinder. Das könnte dann eine schöne Belohnung sein für Kinder, die schon radeln (oder auch zu Fuß gehen) und eine Motivation für die, die noch im Eltern-Taxi chauffiert werden, aber dann vielleicht ins Grübeln kommen.

    • Anke

      Die Hirschbrücke könnte ich mir auch gut vorstellen, nicht nur wegen der vielen Schüler, die in die Schulen jenseits der Kriegsstraße strömen, sondern auch weil die Hirschstraße ein Hauptverbindungsweg für Radfahrer zwischen der Ringroute und der City ist.
      Eine weitere Brücke, die in meiner Liste nicht aufgeführt ist, wäre die Weiherfeldbrücke. Über diese Brücke strömen jeden Tag Hunderte von Schüler nach Rüppurr und pendeln ebenso viele Radfahrer von Ettlingen in die Karlsruher Innenstadt. Nicht zuletzt deshalb ist der Radschnellweg zwischen Ettlingen und Karlsruhe ganz oben auf der Liste der Radschnellverbindungen, die das meiste Potential haben, auch kurzfristig realisiert zu werden.

  4. Hallo Anke!
    Wir Radler, die über die Rheinbrücke kommen, würden sich sehr über so etwas freuen. ABER: ganz ehrlich?
    Jeder Pendler auf dem Velo ist froh, wenn er diesen Abschnitt auf seinem Arbeitsweg hinter sich gelassen hat.
    Brücken sind in Karlsruhe ja keine Mangelware und die Aktion „Brückenkaffee“ finde ich auch eine tolle Idee! Danke für Deinen Bericht, bin gespannt, ob ich es mal zu einem solchen Kaffee schaffen werde. Jetzt muss ich doch gleich mal auf Deinem Twitteraccount vorbeischauen…bin da noch ein wenig old-school.

    • Anke

      Hallo Sarah,
      ja, das Ambiente ist auf der Rheinbrücke eher unterirdisch. Gott sei Dank quere ich diese Brücke nur, wenn ich in die Pfalz oder ins Elsass möchte.
      Die Pendler, die täglich mit dem Rad über die Brücke fahren, haben mein Mitgefühl. Da hilft auch nicht die Schadenfreude oder Genugtuung, dass man rechts am Stau vorbeifährt. Der Gestank und Lärm bleibt.
      Die meisten haben sich für die Rheinbrücke als Ort eines Karlsruher Brückenkaffees ausgesprochen. Der Vorsprung war aber relativ gering und die Teilnehmerzahl alles andere als repräsentativ. Jetzt fehlen mir nur noch die Mitstreiter. Sollten sich eher Mitstreiter für eine zentrumsnahe Brücke finden, tendiere ich dazu.

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