Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Monat: Juli 2019

Festgefressen!

Ich hasse es, wenn mein Rad Geräusche macht. Jedes Klappern, Knarzen oder Quietschen, das sich nicht sofort lokalisieren und beheben lässt, macht mich nervös. Diesmal war es die Bremsscheibe am vorderen Laufrad, die mich nervte. Die Scheibe qietschte, wenn man das Rad schob und schepperte leise beim Fahren. Da es bei vielen Geräten schon hilft, einfach mal den Stecker zu ziehen und dann wieder einzustecken, bat ich meinen Mann, die Steckachse los- und dann wieder festzuschrauben in der Hoffnung, dass die Bremsscheibe durch die neue Justierung des Laufrades dann Ruhe geben würde. Das hätte ich theoretisch zwar auch selbst machen können, aber ich wollte mich nicht schon wieder blamieren.

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Radfahrer sind hitzeresistent

Wer befürchtet hatte, dass die gestrige Critical Mass der Hitze zum Opfer fallen würde, der lag falsch. Radfahrer, insbesondere Alltagsradler, fahren bei jedem Wetter. Und so machten sich dann allen Unkenrufen zum Trotz 233 Radfahrer auf den Weg durch die Karlsruher Innenstadt. Der Streckenverlauf war gut gewählt. Es war ein Mix aus Sightseeing Tour und Baustellentourismus. Insbesondere für Neu-Karlsruher bietet die Critical Mass so manch ein Aha-Erlebnis.

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Danke Karlsruhe!

Wer hätte gedacht, dass ich mich mal mit Vorfreude auf den Weg zum Zirkel machen würde. Als Radfahrer habe ich diese Straße schon immer gehasst. Sie war die Karikatur einer Fahrradstraße, aber keine Fahrradstraße. Doch jetzt wird der MIV gekonnt ausgebremst. Der Zirkel kann nicht mehr als Durchfahrtsstraße missbraucht werden, er ist jetzt von beiden Seiten eine Sackgasse.
Diese seit gestern stehenden Schilder sind bei vielen Radfahrern schon fast so was wie eine Pilgerstätte. Ich war nicht die einzige, die dieses Motiv mit der Kamera festhalten wollte.

Radfahrer frei, rien ne va plus für den MIV!

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Eröffnung der Wasserwerkbrücke

Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken.

Mit dieser Anspielung auf gegenwärtige nationalistische Tendenzen und Strömungen nicht nur in Deutschland leitete der Vertreter der Bahn in seiner Rede heute Nachmittag geschickt über auf den eigentlichen Grund, warum sich viele Karlsruher trotz der tropischen Hitze eingefunden hatten – die feierliche Wiedereröffnung der Wasserwerkbrücke zwischen der Karlsruher Südstadt und dem Oberwald. Statt der geplanten 15 Monate dauerten die Arbeiten nur knapp ein Jahr. Auch der geschätzte Kostenrahmen wurde eingehalten. Darauf können alle, die an der Planung und dem Bau beteiligt waren, zu Recht stolz sein. Rein theoretisch ist die neue Brücke zwar auch für den Schwerlastverkehr ausgelegt, aber abgesehen von Betriebsfahrzeugen des Zoos, dürfen auch in Zukunft nur Radfahrer und Fußgänger sie queren.

Hier ein paar Impressionen von der offiziellen Eröffnung:

Wasserwerkbrücke: 6 m breit, 160 m lang

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Fahrradreparatur-Stationen

Ich muss unbedingt an meiner Lesekompetenz arbeiten bzw. zukünftig Texte bis zum Schluss durchlesen und nicht mittendrin mit der Lektüre aufhören.
Worum geht es hier? Um eine Pressemeldung der Stadt Karlsruhe.

Nach „Karlsruher Bäder bieten den Besuchern jetzt ein kostenloses Werkzeugset und eine Luftpumpe in Form einer Fahrrad-Reparaturstation auf den Vorplätzen des Europabades Karlsruhe (…)“ habe ich nicht auf „weiter“ geklickt und angenommen, dass ALLE Karlsruher Bäder jetzt mit einer DIY Reparaturstation ausgestattet sind.
Demenstrechend enttäuscht war ich heute Morgen, als ich auf meinem Weg in die Stadt weder am Bad in Wolfartsweier noch in Rüppurr oder am Sonnenbad solch eine Station entdecken konnte. Lediglich am Europabad wurde ich fündig.

Fahrrad Reparaturstation am Europabad

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Die Fronten sind verhärtet

Gestern hatte ich Standdienst beim ADFC Karlsruhe auf DAS FEST. Letztes Jahr haben wir außerhalb des Geländes Fahrräder codiert. Dieses Mal waren wir lediglich mit einem Infostand vertreten. Es war brütend heiß. Wir hatten unter dem Zelt wenigstens ein bisschen Schatten, die Festbesucher flanierten in der prallen Sonne an den vielen Infoständen vorbei.

Da es bei uns keine Gimmicks in Form von Hüten, Taschen oder Kugelschreiber gab, hielt sich der Ansturm der Massen in Grenzen. Wer zu uns kam, wollte entweder konkrete Informationen oder sich beschweren. Ersteren konnten wir natürlich helfen. Schließlich hatten wir umfangreiches Info- und Kartenmaterial dabei oder konnten die zuständigen Ansprechpartner benennen.

Schwieriger waren die Kandidaten, die mal so richtig vom Leder ziehen wollten.

Als ich unlängst mit meinem Hund auf dem Gehweg in der Bahnhofsstraße in Richtung Innenstadt unterwegs war, da hätte doch beinahe ein Radfahrer, der von der Brücke beim Zoo kam, meinen Hund überfahren. Als ich was gesagt habe, hat der Mann mich bespuckt!

Was soll man darauf sagen? Am besten man sagt zunächst mal gar nichts, sondern hört nur zu und „grunzt“ therapeutisch.

Ja, auch unter den Radfahrern gibt es Armleuchter. Auch ich hasse es, wenn mir im Dunkeln ein Radfahrer ohne Licht entgegenkommt, als Geisterfahrer unterwegs ist oder bei Rot über die Kreuzung fährt, während ich wie ein Lämmchen auf Grün warte. Aber Idioten gibt es unter allen Verkehrsteilnehmern.

Es ist extrem schwierig bis unmöglich, mit Leuten zu diskutieren, die ihr Feindbild fest verankert im Kopf haben. Man kann sie weder mit Gegenbeispielen noch mit Daten und Fakten eines Besseren belehren. Ihre subjektive Wahrnehmung ist eine andere und damit basta. Sie erinnern sich einfach nicht an die vielen Radfahrer, die sich den Regeln entsprechend verhalten, sondern nur an die wenigen Idioten, die sich über alle Regeln hinwegsetzen.

Mehr Platz fürs Rad

Der ADFC Karlsruhe hat gestern im Vorfeld zur Fridays for Future Demo ein wenig für die bundesweit laufende Mitmachaktion #MehrPlatzfürsRad die Werbetrommel gerührt.

Man muss übrigens kein ADFC Mitglied sein, wenn man die Kampagne unterstützen möchte. Das reicht von einer symbolischen Unterschrift unter den Forderungskatalog bis hin zur Durchführung einer selbst geplanten Aktion.

Wer mehr über den ADFC oder die oben genannten Aktion wissen möchte, der findet uns am Festwochende bei den Ständen auf der Infomeile in der Wilhelm-Baur-Straße. Das ist der Weg, der hinter Mount Klotze vom Kühlen Krug zur Europahalle führt.

36 Grad und es wird noch heißer

Laut dröhnt der Song aus dem wuchtigen Lautsprecher neben mir auf dem Lastenrad. Die Radfahrer um mich herum singen den Text mit und wiegen sich – soweit das im Fahren eben geht – im Rhythmus der Musik.
Passt wie die Faust aufs Auge, denke ich. Es ist Freitag kurz nach halb zwölf und knapp 1000 Radfahrer rollen in einem nicht enden wollenden Strom langsam durch die Stadt. Nein, es ist nicht letzter Freitag des Monats und nicht Critical Mass. Die Schülerinnen und Schüler der Karlsruher Fridays for Future Bewegung haben diese Massen von Radfahrer in Bewegung gesetzt.

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