Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat die Verkehrsstatistik 2018 für den Raum Karlsruhe veröffentlicht. Auf Seite 10 finden sich die traurigen Zahlen zu den verunfallten Radfahrern:

Was mich vor allem erschreckt hat ist, dass die Zahl der verunfallten Radfahrer um satte 9,7 % zugenommen hat, während alle anderen Unfallzahlen stagnierten oder sogar rückläufig waren und dass die meisten Unfälle nicht auf Fremdverschulden zurückzuführen waren, sondern von den Radfahrern selbst verursacht wurden. Ich höre schon die Kommentare in der Presse:

Radfahrer nehmen es mit den Verkehrsregeln nicht so genau oder
selbst schuld, hätten ja einen Helm tragen können.

Wenn man die Zahlen so interpretiert, ist das nicht zielführend. Vielleicht sollte man vielmehr hinterfragen, warum der eine oder andere Radfahrer Verkehrsregeln kreativ auslegt. Könnte es an mangelndem Unrechtsbewusstsein liegen oder vielleicht sogar an der grottigen Infrastruktur? Ersterem könnte man durch eine bessere Verkehrserziehung entgegenwirken (was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr). Für eine bessere Radinfrastruktur sind die Kommunen zuständig.

Laut Polizei erhöhte sich die Zahl der Unfälle mit Pedelecs um 44 % von 91 auf 131.  Wenn ich bedenke, dass wir fast nur Pedelecs verkaufen (bei Mitbewerbern wird das ähnlich sein) und zwar nicht nur an Senioren, sondern an Menschen aller Altersgruppen, dann würde ich diese Zahl nicht überbewerten. Wenn der Anteil der Räder mit eingebautem Rückenwind zunimmt, erhöht sich schon rein rechnerisch auch Ihr Anteil in der Unfallstatistik. Um diese Zahl zu verringern könnten z.B. Verbände wie der ADFC spezielle Fahrkurse für Pedelec-Fahrer anbieten. Aber auch der Fahrradhandel – also auch wir – stehen hier in der Pflicht. Wir sollten verstärkt auf die Besonderheiten eines Pedelecs im Vergleich zu einem „normalen“ Rad hinweisen.