Samstags hole ich morgens immer die Brötchen für die ganze Woche. Entweder ich gehe den knapp einen Kilometer zu Fuß oder ich fahre mit dem Rad.

Jeden Samstag spielen sich vor der Bäckerei tumultartige Szenen ab, denn die meisten Kunden kommen mit dem Auto. Beim Bäcker gibt es zwei PKW Parkplätze. Jeder hofft, einen dieser beiden Parkplätze zu ergattern, was einem Sechser im Lotto gleichkommt, denn dieser Bäcker ist nicht nur für mich erste Wahl, sondern für die meisten Bewohner der Karlsruher Bergdörfer.

Heute Morgen hatten wir wieder den Klassiker. Ich fuhr mit dem Rad zum Bäcker, mein Nachbar mit dem Auto. Ich stieg aufs Rad und fuhr los und sah aus den Augenwinkeln, wie er ins Auto stieg, es anließ und wieder ausstieg, um die Scheiben freizukratzen. Als ich mit den Brötchen den Laden verließ, bog er gerade um die Ecke und musste zu seiner Enttäuschung feststellen, dass beide Parkplätze belegt waren.

Ich frage mich dann immer, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die mit dem Auto kommen. Ist das Bequemlichkeit? Haben die zu viel Zeit? Oder setzen sie sich einfach aus schierer Gewohnheit ins Auto?
Mein Nachbar wäre selbst zu Fuß schneller als mit dem PKW. Bei Licht betrachtet täte ihm das auch gut, denn er neigt ein wenig zur Fülle.