Jahr: 2015

Hätte hätte Fahrradkette

Hätte ich die Luftpumpe und einen Ersatzschlauch dabei gehabt, hätte ich das Rad mit dem Plattfuß nicht nach Hause schieben müssen. Hätte ich die Akkus meiner Fahrradlampe aufgeladen, hätte ich nicht im Dunkeln fahren müssen. Hätte ich die Kette geschmiert, hätte sie nicht so Geräusche gemacht.

Hätte hätte Fahrradkette oder was wäre gewesen, wenn! Wieso werden wir eigentlich immer erst hinterher schlau? Und das auch nur eine gewissen Zeit lang. Wenn die Erinnerung an den Plattfuß, die nicht funktionierende Beleuchtung oder die quietschende Kette wieder ein wenig verblasst ist, machen wir häufig den gleichen blöden Fehler wieder. Meist weil wir zu träge, zu vergesslich oder zu beschäftigt sind mit Dingen, die gerade viel wichtiger sind.

Dabei sind doch gerade diese kleinen Dinge – Schlauch, Akkus, Luftpumpe, Werkzeug – so einfach verstaut und am Rad befestigt. Es gibt kleine Werkzeugtaschen, die man am Sattel, im Flaschenhalter oder auch an der Sattelstütze befestigen kann.




Telefonieren kann teuer werden

Es gibt eine neue Umfrage zum Thema Handy-/Smartphonebenutzung von Radfahrern. Es sollte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass man auch auf dem Fahrrad nicht ohne Freisprecheinrichtung telefonieren darf. Bestenfalls riskiert man ein Bußgeld (25 €), schlimmstenfalls seine Gesundheit, weil man dermaßen abgelenkt ist, dass man sich auf die Nase legt.

Es wurden 1017 Radfahrer zum Thema Handynutzung befragt. 47 % aller Befragten gab an, während der Fahrt regelmäßig Funktionen des Smartphones zu nutzen. 54 % nimmt unterwegs Gespräche entgegen, ohne abzusteigen. Sage und schreibe 36 % lesen und schreiben sogar während der Fahrt Kurznachrichten. Mal abgesehen davon, dass ich zum Schreiben einer SMS oder WhatsApp Nachricht eine Lesebrille aufsetzen müsste, wäre mir das freihändig Fahren schon allein zu gefährlich. Das kostet übrigens 5 € Bußgeld extra, falls ihr in flagranti erwischt werdet. 32 % der Befragten surft im Internet. In der Regel (27 %) um sich per GPS navigieren zu lassen, aber auch um zu schauen, ob es was Neues auf Facebook, Twitter oder sonstigen Plattformen (24 %) gibt.

Nur knapp ein Viertel der befragten Radfahrer wusste nicht, dass das Telefonieren während der Fahrt auch auf dem Rad verboten ist. Die Mehrheit riskiert ganz bewusst ein Bußgeld oder Schlimmeres in der vollen Überzeugung, dass das Telefonieren ihre Konzentration nicht beeinträchtig. Komisch nur, dass fast ein Drittel der befragten Radfahrer angab, dass telefonierende Fußgänger andere Verkehrsteilnehmber behindern würden. Das ist doch mal ein klarer Fall von mit „zweierlei Maß gemessen“.

Getreu dem Motto „Nur Domestiken müssen immer erreichbar sein“, ist mein Smartphone unterwegs auf Stumm geschaltet und im Rucksack verstaut. So dringend kann ein Anruf gar nicht sein, dass ich dafür meine Gesundheit oder die anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzen würde.




Bild der Woche

Radfahrer leben gefährlich

So ein Schild direkt neben einem markierten Radweg, da fühlt man sich als Radfahrer doch gleich sicherer ;).




Über den Dächern von Erlenbach

Es gibt Menschen, die sammeln Briefmarken, und es gibt Menschen, die sammeln Rekorde. Der Hochseilartist und Extremsportler Freddy Nock gehört zu dieser zweiten Kategorie Mensch – je höher, weiter, waghalsiger und spektakulärer desto besser. Dafür balanciert er mit oder ohne Balancierstange auch schon mal über Schluchten oder Täler und überwindet dabei Steigungen von bis zu 57 Prozent. Er hat für seine extrem gefährlichen Aktionen schon eine Menge Einträge im Guinness-Buch der Rekorde eingeheimst.

Einer seiner letzten spektakulären Auftritte fand im Schweizer Städtchen Erlenbach statt. Mit einem Elektrofahrrad überquerte er ohne Netz und doppelten Boden eine Distanz von knapp 500 m auf dem Hochseil.

Ich weiß nicht, ob ich das bewundern soll oder nicht. Das „Spektakulärste“, was ich kann, ist Einrad fahren. Doch nur, weil ich das auf dem Boden kann, würde ich es nicht auf einem Hochseil versuchen. Wozu? Ich nehme an, dass man dazu geboren sein muss. Mir wurde dieses Gen nicht in die Wiege gelegt. Ich brauche keinen Nervenkitzel und bin froh, dass ich diesbezüglich ein Spießer bin.

Andere wiederum, Artisten, Extremsportler, Bungee-Springer, Base Jumper und Hochseilartisten wie Freddy Nock können ohne Adrenalinkick nicht leben. Sie sind geradezu süchtig nach diesem Adrenalinschub, der sie wie im Rausch von einem Rekord zum nächsten treibt.




Kleidergrößen

Früher hatte ich Kleidergröße 36-38. Heute habe ich Kleidergröße 34-36. Komisch nur, dass sich meine Figur nicht verändert hat. Ich habe weder abgenommen noch Gewicht zugelegt. Mir passen noch die Jeans, die ich im letzten Jahrhundert gekauft habe.

Wir Deutschen werden regelmäßig von der Bekleidungsindustrie vermessen und die Schnitte und Größen der Kleidungsstücke werden angepasst an den Durchschnittsdeutschen. Ergebnis: Größe 38 hängt wie ein Sack an meinem Körper, Größe 36 ist an der Hüfte viel zu weit, spannt dafür aber an der Wade, Größe 34 geht so, hängt aber stark vom Hersteller ab. Meine Figur scheint stark von den Maßen der deutschen Durchschnittsfrau abzuweichen.

Womit wir beim Thema wären – Kleidergröße ist nicht gleich Kleidergröße und nicht jede Frau entspricht der Norm.




Ampelwitze

Ampeln, insbesondere an großen Kreuzungen oder viel befahrenen Straßen, mutieren immer mehr zu Litfaßsäulen. Sie laden manchmal geradezu zum Verweilen ein. Denn hier werden nicht nur Flüchtlinge willkommen geheißen, Babysitterjobs vergeben oder Wellensittiche gesucht, hier wird man richtiggehend unterhalten, z.B. durch Ampelwitze:

Ampelwitze (gesehen auf Twitter)

Ampelwitze an der Kriegsstraße

Ich finde, das ist eine super Idee, die Nachahmer finden sollte. Die Zeit des Wartens wird einem versüßt und erscheint auf einmal gar nicht mehr so lang. Ein Dank an den unbekannten Karlsruher Spender. Die Kriegsstraße ist ätzend. Die Autos meist viel zu schnell und viel zu laut. Der Zettel mit den Witzen – leider jetzt schon wieder verschwunden – hat vielen Karlsruhern die Wartezeit angenehm verkürzt.

 

 

 

 




Hoffentlich ist bald schlechtes Wetter!

Wer hätte gedacht, dass ich mal das Ende des Altweibersommers herbeisehnen würde. Aber das war ja am Wochenende nicht mehr zum Aushalten. In Scharen hat es die Menschen nach draußen getrieben. Überall Jogger, Radfahrer, Spaziergänger und frei laufende Hunde. Man hätte im Oberwald, rund ums Schloss, in der Günther-Klotz-Anlage und am Rhein Schilder aufstellen können mit dem Hinweis „Wegen Überfüllung geschlossen“. Kein Durchkommen auf den gemeinsam genutzten Fuß-/Radwegen.

Viele sportbegeisterte Menschen sind an sich ja eigentlich kein Problem, aber wenn sie scheinbar taub und zu mehreren nebeneinander wie Eichen im Weg stehen, dann macht Rad fahren einfach keinen Spaß mehr.

Am besten war ein junger Bursche, der freihändig mit Stöpseln im Ohr vor mir her schlich. Als ich zum Überholen ansetzte, machte er plötzlich einen Schlenker nach links um Abzubiegen. Nur eine Vollbremsung hat einen Zusammenstoß verhindert. Statt sich zu entschuldigen, kam nur „Ay, kannst du nicht klingeln, wenn du überholen willst.“ Hallo, geht’s noch. Wie wär’s denn mal mit dem berühmten Schulterblick vor dem Abbiegen. Wenn ich mit dem Auto überhole, hupe ich ja auch nicht. Mal abgesehen davon, dass der Typ mein Klingeln wegen der Kopfhörer wohl kaum registriert hätte.

Aber auch die längste Schön-Wetter-Periode ist mal zu Ende. Nichts ist so wirksam wie ein paar Regentropfen oder kalte Temperaturen, um die Radwege wieder frei zu machen. Typische „Sonntagsfahrer“, die meinen sie hätten die Wege für sich allein gepachtet, zieht es bei schlechtem Wetter Gott sei Dank nicht ins Freie.




Rennrad vs. MTB

Gestern war ich auf der Heimfahrt Zeuge einer Begebenheit, die mein Mann trocken „Pissing Contest unter Männern“ bezeichnen würde. Zwischen Oberwaldstadion und Wolfartsweier wurde ich von einem Rennradfahrer überholt. Ich kenne den Mann vom Sehen. Auch er fährt ganzjährig mit dem Rad zur Arbeit und ist gut zehn Jahre jünger als ich. Somit hielt sich mein Ehrgeiz, ihn nicht davonziehen zu lassen in Grenzen. Ich weiß, wenn ich keine Chance habe. Kurz danach, etwa auf Höhe des „Wölfles“, dem Schwimmbad von Wolfartsweier, überholte mich ein weiterer Radfahrer auf seinem Mountainbike. Mühelos zog er an mir vorbei und überholte auch den vor mir fahrenden Rennradfahrer. Ortsunkundigen sei gesagt, dass ab Wofartsweier die Steigung in die Bergdörfer beginnt. Flachlandtiroler tun sich hier schwer.

Es kam wie es kommen musste: kaum war der Mountainbiker am verdutzten Rennradfahrer vorbei, legte auch dieser noch einen Zahn zu und hängte sich ans Hinterrad des Mountainbikers. Männer lassen sich ja schon aus Prinzip nicht gern überholen, aber als Rennradfahrer von einem Mountainbiker abgehängt zu werden, das geht gar nicht. Da ich den Ausgang des Wettrennens nicht verpassen wollte, musste auch ich wohl oder übel schneller in die Pedale treten. Wie die Gestörten sind die beiden den Berg hoch. Aus der Ferne konnte ich aber noch gut erkennen, dass es dem Rennradfahrer nicht gelungen ist, den vor ihm fahrenden Mountainbiker zu überholen. Das wird an seinem Ego ganz schön gekratzt haben.




Downhill-Strecke am Edelberg

Edelberg – was sich so bieder und altbacken anhört, mutiert in den kommenden Monaten zur ersten offiziell erlaubten Downhill-Strecke zwischen Karlsruhe und Ettlingen. Geplant ist eine ein Kilometer lange Abfahrtsstrecke mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Hier kommen in Zukunft nicht nur Adrenalin-Junkies auf ihre Kosten, auch Anfänger sollen sich hier versuchen, denn an schwierigen Passagen entstehen Umfahrungen. Die Planung der Strecke hat sich zwei Jahre hingezogen, was wohl nicht nur dem langatmigen Genehmigungsverfahren geschuldet ist, sondern auch auf den Bau der neuen Erdgasleitung entlang der Strommasten zurückzuführen ist.

Erdgasleitung

Erdgasleitung / Strommasten

Der Streckenverlauf der neuen Downhill-Strecke liegt rechts von der Erdgasleitung unterhalb der Strommasten und ist bereits abgesteckt und mit rot-weißen Bändern markiert. Der offizielle Spatenstich war letzten Freitag, und der MTB Club Karslruhe hat bereits mit dem Bau begonnen. Keine leichte Aufgabe, denn mit dem Bau allein ist es ja nicht getan. So eine Strecke muss schließlich auch instand gehalten werden.

Bin mal gespannt, was dann mit den beiden anderen, inoffiziellen Downhill-Strecken passiert. Werden der Strommasten Trail und die Eisdiele weiterhin genutzt?

Hier ein paar Eindrücke von der „Eisdiele“. Es gibt zwar weder Vanille noch Schokolade, aber jede Menge sportliche Herausforderung.




Bahnhofstraße = Fahrradstraße

Karlsruhe hat eine weitere Fahrradstraße: Die Bahnhofstraße ist vom Bahnhof bis zur Beiertheimer Allee jetzt höchst offiziell eine Fahrradstraße. Autos sind hier nur geduldet und dürfen nicht schneller als 30 km/h fahren. Anders als die gestückelte Fahrradstraße vom ECE Richtung Ludwigsplatz (Erbprinzenstraße) hat man hier wirklich das Gefühl als Radfahrer bevorrechtigt zu sein, wenn da nicht die vielen Autofahrer wären, die meinen sie könnten sonntags auch auf der Fahrbahn parken, um schneller zum Zoo zu kommen.

Bahnhofstraße = Fahrradstraße

Bahnhofstraße = Fahrradstraße