Lingen (Ems)

Zwei Tage sind nicht viel, um eine Stadt richtig kennenzulernen, aber als Radfahrer bekommt man schon einen ganz guten ersten Eindruck. Dieser lässt mich hoffen, dass sich meine Jüngste für ihr Master-Studium für Lingen entscheidet, denn dann hätte ich noch oft Gelegenheit, die Stadt und das Umland mit dem Rad zu erkunden und wüsste dann, ob mein erster unter dem Strich positiver Eindruck getrogen hat oder nicht.

Die Kleinstadt mit ca. 53 Tausend Einwohnern hat mir nicht nur wegen der vielen Radfahrer gefallen. Sie hat einfach Charme. Lingen ist eine lebendige Stadt, der man ansieht, dass die Stadtväter sich hier mächtig in Sachen nachhaltiger Stadtplanung ins Zeug gelegt haben. Statt 1-Euro-Läden, Dönerbuden und Hörgeräteakkustiker bietet die Innenstadt einen Mix aus erwartbarer Ketten und erstaunlich vielen alteingesessenen Geschäften, die wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten im Familienbesitz sind. Das Stadtzentrum ist, wenn man mal vom Lieferverkehr absieht, komplett autofrei. Radfahrer dürfen die Fußgängerzone nur zwischen 18 und 10 Uhr morgens befahren, ansonsten ist schieben angesagt. Das hört sich im ersten Moment schlimm an, ist es aber nicht, denn so riesig ist die Fußgängerzone nun auch wieder nicht, dass man kilometerweit schieben müsste.




Danke Karl Drais

Danke Karl Drais!

… und Danke Martin Hauge! Nicht nur für dieses Lastenrad, sondern auch dafür, dass Sie sich so leidenschaftlich für den Erfinder der Laufmaschine ins Zeug legen.




Standdienst beim ADFC

Eigentlich bin ich ja eher so etwas wie eine „Karteileiche“ beim ADFC. Ich zahle brav meine Beiträge und gehe ab und zu mal zu einer Sitzung, aber das war’s dann auch schon. Mein schlechtes Gewissen den vielen fleißigen ADFC Mitgliedern gegenüber ist dementsprechend groß. Um ein wenig Abbitte zu leisten, habe ich mich am letzten Wochenende bereit erklärt, Standdienst auf dem Mobilitätsfestival in Karlsruhe zu übernehmen. Denn wenn man schon Mitglied in einem Verein ist, muss man auch ab und zu mal selbst aktiv mithelfen, sonst funktioniert das nicht.

Anscheinend hatten sich viele Radfahrer schon im Vorfeld schlau gemacht und wussten, dass der ADFC an diesem Wochenende Räder codieren würde. Dementsprechend groß war der Andrang. Allein drei bis vier Leute waren den ganzen Tag damit beschäftigt, die Daten der Räder / Besitzer aufzunehmen, Quittungen und Personalausweise mit den Angaben auf dem Codier-Auftrag zu vergleichen und die Codierung selbst vorzunehmen. Wer da allerdings gedacht hatte „der frühe Vogel fängt den Wurm“, lag leider falsch, denn viele Radfahrer hatten denselben Gedanken. Dementsprechend groß war das Gedränge am Samstag- und Sonntagmorgen. Aber Radfahrer sind ja in der Regel tiefenentspannt, wie dieses Ehepaar, das extra angereist war, um die nagelneuen Räder codieren zu lassen. Die Codierung selbst geht zwar schnell, ist aber nicht in einem Arbeitsgang getan und bisweilen etwas fummelig




Spendenübergabe

Gestern Nachmittag war Spendenübergabe auf dem Mobilitätsfestival in Karlsruhe. Die Aktion Karlsruher Spendenradeln war ein voller Erfolg. Knapp Hundert Radler sind wie ich ein paar Wochen mit ihren Radscheiben durch Karlsruhe gefahren und haben Werbung für die unterschiedlichsten Firmen gemacht. Die Firmen haben für jede Radscheibe 40 € gespendet. Es  konnten also einige Tausend Euro in Form von symbolischen Schecks an die einzelnen sozialen Einrichtungen übergeben werden.

Ich möchte an dieser Stelle denen danken und meine Hochachtung aussprechen, die gestern nicht als Offizielle auf der Bühne standen, nämlich den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen vor Ort, die das Kostbarste geben, was wir haben, ihre Zeit. Sie sind es, die durch ihren unermüdlichen Einsatz dafür sorgen, dass das löchrig gewordene soziale Netz überhaupt noch hält. Ohne ihr Engagement gäbe es keine Tafeln, Hospize, Jugendwerkstätten und die vielen anderen sozialen Einrichtungen, an die gestern die Schecks verteilt wurden.




Mobilitätsfestival

Am kommenden Wochenende steht Karlsruhe wieder ganz im Zeichen der urbanen, nachhaltigen Mobilität. Das Mobilitätsfestival auf und neben dem Karlsruher Marktplatz lädt ein zum Staunen, Mitmachen und Lauschen. Wer immer schon mal wissen wollte, was Seamless Mobility ist, wie sich ein Lastenrad fährt und wo man es kostenlosen ausleihen kann, noch nie im Karlsruher Doppeldeckerbus die Stadt erkundet hat oder durch die Straßen hüpfen möchte wie ein Känguru, der sollte sich den 16./17. Juni schon jetzt im Kalender fett markieren.
Umrahmt wird das Ganze durch eine lange Shoppingnacht am Samstag und ein umfangreiches Bühnenprogramm mit Shows, Video-Projektionen und viel Musik.

Quelle: Karlsruhe Marketing und Event GmbH

Ein Highlight des Mobilitätsfestivals ist sicherlich die Tunnelbesichtigung zu Fuß (Samstag und Sonntag) oder mit dem Rad (nur Sonntag zwischen 8-12.30 Uhr).
Wer mit dem Rad den Tunnel durchqueren will, kann nicht einfach spontan vorbeikommen und sagen Hoppla, hier bin ich. Man muss sich vorher Tickets besorgen. Die gibt kostenlos ab Donnerstag, 14. Juni, von 16 bis 19 Uhr und am Freitag, 15. Juni, von 10 bis 12 Uhr im Informationspavillon K der Kombilösung am Ettlinger Tor.

Was es sonst noch in puncto Fahrrad- und Fahrerausstattung zu beachten gibt, könnt ihr auf der Seite des Veranstalters nachlesen.

Am Samstagnachmittag findet übrigens um 16 Uhr auf dem Marktplatz die Spendenübergabe der Aktion Karlsruher Spendenradeln statt. Mal sehen, vielleicht hat ja meine Radscheibe einen der Preise gewonnen, die für teilnehmende Radfahrer ausgelobt wurden 🙂

Wichtiger ist aber, dass möglichst viel Spendengelder zusammengekommen sind. Ich habe ja nur das gemacht, was ich sowieso gemacht hätte – ich bin Rad gefahren und meine Firma hat ein bisschen Geld gespendet, was ihr auch nicht wirklich weh tat. Aber die vielen Menschen, die sich Tat für Tag ehrenamtlich engagieren bei den Tafeln, Hospizen und anderen sozialen Einrichtungen der Stadt, ihnen gebührt unser Dank und unsere Hochachtung.

 




Mit dem Rad zur Arbeit

Einen der Gründe, warum ich mit dem Rad zur Arbeit fahre, kann man auf diesem Bild erahnen.

Morgenstimmung – die Sonne geht auf, Nebel liegt über den Feldern, man hört nur das Surren der Räder und Vogelgezwitscher




Radsternfahrt Baden-Württemberg

Falls ihr am kommenden Sonntag, den 10. Juni noch nichts vorhabt und in der Nähe von Stuttgart wohnt oder dort zu Besuch seid, dann hätte ich einen Veranstaltungstipp für euch. Anlässlich der Fahrradaktionstage in Stuttgart findet eine RadSternfahrt in die Landeshauptstadt statt.

Unter dem Motto „Fahrrad statt Feinstaub“ erobern Tausende von Radfahrer für einen Tag die Straßen der Region. Die Polizei begleitet die sieben Radgruppen auf gesperrten Straßen bis in die Stuttgarter Innenstadt. Höhepunkt der Aktion ist der abschließende Radkorso auf dem City-Ring, um zu zeigen, wie nachhaltige Mobilität in lebenswerten Städten aussehen kann.

Auf der Website des ADFC Baden-Württemberg findet ihr nähere Angaben zu den Abfahrtszeiten und Einstiegsmöglichkeiten unterwegs.




World Bicycle Day

Ehre wem Ehre gebührt! Die UN Generalversammlung hat den 3. Juni zum World Bicycle Day erklärt. Eigentlich ist dies eine längst überfällige Anerkennung für eine der genialsten Erfindungen der Weltgeschichte!

Hier der Abschnitt aus der UN Resolution mit den für mich wichtigsten Beweggründen, warum der 3. Juni zum Welt Fahrradtag ernannt wurde:

The General Assembly,

(…) Acknowledging the uniqueness, longevity and versatility of the bicycle, which has been in use for two centuries, and that it is a simple, affordable, reliable, clean and environmentally fit sustainable means of transportation, fostering environmental stewardship and health,

Recognizing that the synergy between the bicycle and the user fosters creativity and social engagement and gives the user an immediate awareness of the local environment, and recognizing also that the bicycle can serve as a tool for development and as a means not just of transportation but also of access to education, health care and sport,

Emphasizing that the bicycle is a symbol of  sustainable transportation and conveys a positive message to foster sustainable consumption and production, and has a positive impact on climate, (…)

1. Decides to declare 3 June World Bicycle Day; (…)




Nicht geschimpft ist genug gelobt

Egal ob bei Tisch, in der Beurteilung von Mitarbeitern oder auf Twitter – wir haben die Kunst des Lobens verloren. Die meisten Menschen – und ich leider auch – haben das Prinzip des Net gschimpft isch globt gnug schon so verinnerlicht, dass nur noch gemeckert wird. Wenn das Essen lecker ist, sagt keiner was, aber wehe es fehlt Salz!

Auf Twitter findet man die Kunst des Lobens leider eher selten. Meist wird gescholten oder abgelästert – in meiner Timeline in der Regel gegen Autofahrer oder besser gesagt DIE Autofahrer. Ich muss gestehen, dass ich allergisch bin gegen das DIE in DIE Autofahrer, DIE Radfahrer, DIE Frauen, DIE Deutschen, DIE Wasauchimmer, …

Ich möchte hier ein Beispiel aus Twitter anführen und hoffe, dass die Autoren mir deshalb nicht böse sind. Ich bin offen für Kritik und freue mich auf eure Kommentare:




Zweiundvierzig

Ihr habt auch noch Fragen zur heute in Kraft tretenden Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO).

Don’t panic!

Die Antwort findet sich, wie wir ja alle wissen, im Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Sie lautet „42“!

Da so ein Handtuch ein Utensil ist, das man eigentlich immer dabei haben sollte, werde ich es heute Abend auch gleich mit zur Critical Mass in Karlsruhe mitnehmen. Start wie immer um 18 Uhr auf dem Kronenplatz.