Erschöpft vom Räder schauen

Ganz schön Drais – unter diesem Motto hat Karlsruhe an diesem langen Wochende die Laufmaschine, den Vorläufer des Fahrrads, gefeiert. An manchen Tagen musste man schon strategisch vorgehen, wenn man nichts verpassen wollte. Ich war bei Licht betrachtet nicht erschöpft vom Rad fahren, sondern vom Rad schauen.

Nehmen wir den Samstag – ein Tag gespickt mit Angeboten rund ums Rad. Das nenne ich Qual der Wahl. Wohin zuerst? Zum Schloss, zum Alten Schlachthof oder doch nach Durlach? Ich habe mich fürs Schloss entschieden, zumal der Stadtmarketing dort zu einem BloggerWalk geladen hatte. Ich habe zunächst mal den Flohmarkt für historische Räder besucht. Der hatte schon morgens um 7 seine Pforten geöffnet. Mein Fuhrpark ist zwar alles andere als historisch und ich bin auch nicht auf der Suche nach einer Karbid-Lampe oder einem netzartigen Kleiderschutz für mein hinteres Schutzblech, aber allein die neben dem Flohmarkt abgestellten Räder der Aussteller und Teilnehmer des Welttreffens der historischen Räder waren einen Gang über den Flohmarkt wert.

Hochrad aus Frankreich

Die Dame aus Frankreich posierte gerne fürs Foto. Sie schob das Hochrad gerade in Richtung Flohmarkt, als ich sie ansprach. Wir kamen ein wenig ins Gespräch. Auf meine Frage, ob es denn nicht beschwerlich sei, mit dem Kleid auf einem Hochrad zu fahren, schmunzelte sie und erzählte mir, dass nicht sie, sondern ihr Gatte das Hochrad fahren würde, sie dürfe es nur schieben.

Der Schlossplatz, auf dem der Flohmarkt stattfand, bot eine würdige Kulisse für die vielen historischen Räder.




Critical Mass in Karlsruhe – Teilnehmerrekord

Sage und schreibe 208 Teilnehmer konnten wir bei unserer heutigen Critical Mass in Karlsruhe verzeichnen. Die Zahl haben wir aus berufenem Munde: von der Polizei, die uns begleitet hat. Das bedeutet für uns Teilnehmerrekord. Darüber mag man in Städten wie Köln, Hamburg oder Berlin lächeln, aber wir sind trotzdem stolz darauf, dass wir so viele Radbegeisterte mobilisieren konnten. Selten gab es so viele unterschiedliche Räder zu bestaunen, selten waren so viele Kinder und Jugendliche dabei. Karl Drais wäre stolz gewesen, zumal sich sogar ein Radveteran mit seiner Draisine auf den Kronenplatz verirrt hat.

Ein Radveteran, der mit seiner Laufmaschine von Nancy nach Karlsruhe unterwegs war




Bloggerwalk auf den Spuren von Karl Drais

Bloggerwalk auf den Spuren von Karl Drais

Wie heißt es so schön – unverhofft kommt oft. Ich wurde eingeladen, an einem Bloggerwalk teilzunehmen, der morgen zu Ehren von Karl Drais von der Stadt Karlsruhe veranstaltet wird.

Wir nehmen euch mit auf einen spannenden Rundgang durch Karlsruhe auf den Spuren von Karl Drais. Wir besuchen die Wirkungsstätten des Fahrraderfinders und erfahren allerlei interessante Fakten zum Leben und Wirken des berühmten Karlsruhers.

Da bin ich doch mal gespannt, zumal es anschließend per Rad zum Fahrrad-Festival geht, das an diesem langen Wochenende auf dem Alten Schlachhof stattfindet. Und da wollte ich sowieso hin.




Rad-Rowdys

In der gestrigen BNN Ausgabe gab es einen Leserbrief zum Thema Radfahren in der Sophienstraße in Karlsruhe:

Radfahrer = Landplage?

Ich stimme dem Verfasser des Leserbriefes insofern zu, dass auch ich es hasse, wenn sich Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten, so als stünden sie über dem Gesetz, nur weil sie per Rad und nicht mit dem Auto unterwegs sind. Es gibt diese Rad-Rowdys, wie er sie nennt, und sie ruinieren den Ruf aller Radfahrer.

Aber angesichts der steigenden Zahl von Radfahrern auf Karlsruher Straßen von einer „Landplage“ zu reden, halte ich nun doch für etwas übertrieben und am Thema vorbei. Nehmen wir den Ort des Geschehens, die Sophienstraße. Sie ist eine der vielen Fahrradstraßen der Stadt Karlsruhe. Wie die meisten Fahrradstraßen in unserer Stadt ist sie zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

  1. Die winzigen grünen Fahrradpiktogramme auf der Straße sind verblichen und weder für Radfahrer noch für Autofahrer gut erkennbar.
  2. Bis auf eine einzige Ausnahme (ca. 30 Meter langes Teilstück der Erbprinzenstraße) ist auf allen Fahrradstraßen PKW Verkehr zugelassen, so dass es mir schwer fällt überhaupt einen Unterschied zwischen unseren „Fahrradstraßen“ und „normalen“ Straßen zu erkennen.

Die Sophienstraße ist extrem. Auf beiden Seiten parken Autos und dazu kommt die von Herrn Fehrle genannte Rechts-vor-Links-Regelung. Damit will ich jetzt nicht das verkehrswidrige Verhalten von wem auch immer entschuldigen, aber die Situation wäre dort viel entspannter und übersichtlicher, wenn man die Sophienstraße gleich zur Vorfahrtsstraße erklären würde. Noch besser wäre, wenn man – abgesehen von Anliegern – überhaupt keine Autos mehr auf Fahrradstraßen zuließe. Dann könnte man wirklich von Fahrradstraßen reden.

 




Ganz schön „draist“ diese CM in Karlsruhe

Ja, wir sind ganz schön „draist“, dass wir – die Critical Mass Bewegung in Karlsruhe – selbst am Drais Wochenende nicht umhin kommen, auf Missstände in punkto Fahrradinfrastruktur und Verkehrssicherheit hinzuweisen, und zwar im Zuge unserer für Freitag, dem 26. Mai geplanten und um 18 Uhr auf dem Kronenplatz beginnenden Radtour durch die Stadt.

Critical Mass im April begleitet durch 5 Polizisten auf Motorrädern und 4 Polizisten in 2 PKW – weniger wäre mehr gewesen!




Gehweg-Radler

Radfahren auf dem Gehweg? Das ist keine gute Idee, zumal wenn es einen Radweg gibt! Das findet auch die Stadt Neckarsteinach und hat dies über dem Gehwegschild noch mal unmissverständlich verdeutlicht. Wer lesen kann, ist wieder mal klar im Vorteil.

Gehweg – Vernünftige fahren hier nicht mit dem Rad. Anderen ist es verboten.




Fahrradklimatest 2016

Die Ergebnisse des Fahrradklimatests 2016 wurden gerade veröffentlicht. Karlsruhe liegt wie 2014 auf Platz zwei hinter Münster und vor Freiburg. Wer hätte das gedacht. Und wer hätte gedacht, dass Münster, obwohl noch immer die Nummer 1, von den Bewohnern der Stadt abgestraft wurde (mehr als 0,3 Notenpunkte schlechter als 2014).

Wenn man die Karlsruher Note vergleicht mit der Note, die die Rekener Radfahrer ihrer Stadt ausgestellt haben, dann sieht man allerdings, dass auch Karlsruhe in punkto Fahrradklima noch eine Menge Luft hat nach oben.

Falls ihr wissen wollt, wie eure Stadt abgeschlossen hat, hier findet ihr die Ergebnisse.




Spurwechsel – Umfrage der TU Dresden

Ein Student der Uni Hamburg führt derzeit in Kooperation mit der TU Dresden eine Online-Umfrage zu innerörtlichen Radverkehrsstrukturen durch. Um Falschparker geht es darin zwar nur am Rande, aber auch sie haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob wir lieber auf Radwegen (auf gleicher Höhe mit dem Gehweg und durch einen Bordstein o.ä. von der Fahrbahn abgetrennt) oder Radfahrstreifen (auf der Fahrbahn durch eine dicke durchgezogene Linie kenntlich gemacht) fahren.

Diese Situation kennen wir alle – Falschparker auf dem Radfahrstreifen. Man muss als Radfahrer nach links auf die Straße ausweichen, was nicht nur uns nervt, sondern auch die Autofahrer, weil sie dann ebenfalls ausweichen oder langsamer fahren müssen.

Radfahrstreifen mit Falschparker




Steht eigentlich noch …

das Ghost Bike, das wir letztes Jahr im September in der Nähe des Sonnenbades in der Südlichen Uferstraße abgestellt haben, um an einen dort bei einem Verkehrsunfall getöteten 31-jährigen Radfahrer zu erinnern? Diese Frage hat mich schon eine ganze Weile beschäftigt, zumal morgen, am 17. Mai weltweit wieder viele Radfahrer in einer stille Gedenkfahrt ihrer im Straßenverkehr verunfallten Mitbürger gedenken. Der Ride of Silence – One Day, One Time, One Ride, A Million Powerful Memories – findet auch in vielen Städten Deutschlands statt. Eine Übersicht gibt es auf Daniels Blog und auf Twitter.

Doch zurück zu unserem Ghost Bike. Da die Karlsruher Polizei schon einmal eins konfisziert hat, habe ich gestern nach Feierabend kurzerhand einen kleinen Abstecher an der Alb entlang in Richtung Rhein unternommen und nachgeschaut. Es steht noch.

Ghost Bike am Sonnenbad




Radbekleidung für den Übergang

Morgens einstellige Temperaturen, abends über 20 Grad im Schatten. Da stellt sich natürlich die Frage, was ziehe ich an? Gestern habe ich den Fehler begangen und mich morgens viel zu warm angezogen. Die Regenjacke war keine gute Wahl. Trotz der niedrigen Temperaturen habe ich im eigenen Saft geschmort. Man lernt ja selten aus seinen Fehlern, aber heute Morgen fiel mir die Kleiderwahl doch gleich viel leichter:

  • Kurze Radhose
  • T-Shirt
  • Armlinge
  • Beinlinge
  • Handschuhe

Radbekleidung für die Übergangszeit

Die Radweste von VAUDE ist wirklich winddicht. Wenn man wie ich morgens mit mehr als 40 km/h den Berg herunter fährt, ist das bei 8 Grad Celsius nicht ganz unwichtig. Die Armlinge und Beinlinge sind innen ein wenig aufgeraut. Wenn es einem zu warm wird, kann man sie kurzerhand nach unten rollen oder ausziehen. Die Beinlinge haben einen Reißverschluss, der aber nicht weiter stört. Abends lässt sich alles mühelos im Rucksack verstauen.