Mit Abstand gefallt ihr mir am besten

Ich bin kein Freund von Warnwesten für Radfahrer. Wovor wollen wir warnen? Vor uns? Stellen wir denn eine Gefahr dar? Wohl kaum! Nichtsdestotrotz bin ich mir natürlich bewusst, dass ich gerade jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und es morgens noch dunkel ist, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit mache, schneller von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werde, je heller ich gekleidet bin.
Statt Warnweste habe ich mir einen neuen Regenschutz für meinen Rucksack zugelegt. Er hat mich nicht nur wegen seiner Leuchtkraft, sondern auch wegen seiner Botschaft überzeugt.

Thomas hat mich unlängst auf den Onlineshop Glückskind aufmerksam gemacht. Es hätte dort auch noch einen Regenschutz mit folgendem Spruch gegeben

Organspender – bitte vorsichtig überfahren

Aber da man ja nie weiß, wie wörtlich man genommen wird, habe ich mich dann doch lieber für ein klassisches Modell entschieden.




Smileys und Heulies für Radfahrer

Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe haben im Rahmen des Forschungsprojekts Reallabor Go Karlsruhe in der Erbprinzenstraße und der Waldstraße sogenannte Dialog-Displays für Radfahrer aufgestellt. Fährt man zu schnell, gibt’s einen „Heulie“ und fährt man mit moderatem Tempo, einen Smiley.

Zusätzlich zum Smiley bekommt man noch eine Dankeschön. Wer zu schnell unterwegs ist, wird durch ein „langsam“ darauf hingewiesen, doch bitte die Geschwindigkeit zu drosseln.

Theoretisch finde ich die Idee gar nicht schlecht. Für Autofahrer gibt es solche Dialog Displays ja schon lange. Untersuchungen haben ergeben, dass sie verglichen mit reinen Geschwindigkeitsanzeigen das Fahrverhalten von Autofahrern nachhaltiger beeinflussen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich bei uns im Dorf am Ortsschild, wo so ein Dialog Display für den MIV installiert ist, immer rechtzeitig abbremse, um ja einen Smiley zu bekommen.

Ich habe mir heute Nachmittag eine Weile das Treiben in der Erbprinzenstraße angeschaut. Es waren jede Menge Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Auch das eine oder andere Auto hat die Anzeigetafel passiert. Meist blieb das Display dunkel, obwohl Radfahrer daran vorbeifuhren. Entweder befindet sich der jeweilige Sensor an einer extrem weit entfernten Stelle oder zu weit rechts / links am Rand – was keinen Sinn machen würde, weil ich als Radfahrer dann ja nicht sehe, ob ich zu schnell oder zu langsam bin – oder die Daten werden zu träge übermittelt. Jedenfalls entsprach das Feedback der Tafeln nach meinem Geschmack nicht der Fahrweise der einzelnen Radfahrer. Wenn ich so eine Tafel passiere, will ich sehen wie ich fahre und nicht wie jemand fährt, der vor oder hinter mir unterwegs ist.
Sechs bis acht Wochen bleiben uns die Anzeigetafeln erhalten. Dann werden die Daten ausgewertet. Ich bin schon mal gespannt aufs Ergebnis und die Schlüsse, die daraus gezogen werden.




Es braucht mehr Kontrollen u. höhere Strafen

Es wurde in den letzten Jahren viel Farbe auf Karlsruher Straßen verteilt. So sind vor allem Schutz- und Radfahrstreifen entstanden, aber auch der eine oder andere baulich getrennte Radweg ist aus dem Boden gestampft worden.

Es wurden Fahrradstraßen ausgewiesen, in denen Radfahrer zumindest in der Theorie Vorrang haben.

Die Realität sieht leider anders aus. Denn in Karlsruhe mangelt es weniger an der Radinfrasturktur, als an der Kenntnis der StVO und am Unrechtsbewusstsein einzelner Verkehrsteilnehmer.




Du hast ja ’nen Schatten!

Stimmt, habe ich. Und was für einen!




Broken Window Theorie

Die Broken Window Theorie scheint nicht nur für Gebäude und PKW zu gelten, sondern auch für Fahrräder. Seit ein paar Wochen fahre ich morgens an diesem Rad vorbei. Es „steht“ an einem von RadKULTUR Baden-Württemberg gesponserten Fahrradabstellplatz und ist mit einem billigen Fahrradschloss angeschlossen.

Defekt, ohne Hinterrad aber angeschlossen

Ein paar Tage stand es aufrecht da, dann hat jemand es umgekippt.




Fitnesstracker und die Macht der Gewohnheit

Fitnesstracker haben Suchtpotential. Bevor mir meine bessere Hälfte seine Fitnessuhr überlassen hat, habe ich beim Laufen die Garmin Forerunner 305 getragen – ein wuchtiges Ding, das an meinem doch eher dünnen Handgelenk schon etwas merkwürdig aussah. Ich besitze diese Laufuhr schon ewig. Manche Garmin Produkte sind einfach nicht kaputt zu kriegen.

Im Gegensatz zu Autos, die immer größer und fetter werden – selbst ein Mini sieht heutzutage aus, als hätte man ihn aufgepumpt – werden Lauf- und Fitnessuhren immer kleiner. Weil die Fitnessuhr meines Mannes – auch eine Garmin, die Vivoactive HR – nicht so klobig aussieht und noch dazu mehr Funktionen bietet, bin ich also umgestiegen. Die Uhr zeichnet automatisch jeden meiner Schritte auf und erfasst meine Läufe und Radtouren über GPS, wenn ich sie aktiv starte. Im Büro erinnert sie mich alle Nase lang, dass ich mal vom Arbeitsplatz aufstehen und ein paar Schritte gehen sollte und sie lobt, wenn ich meine selbst gesteckten Ziele erreicht habe.

Heute Abend wird sie mich nicht loben, obwohl ich wegen der extremen Hitze extra früh aufgestanden bin und gut 16 Kilometer joggen war, denn ich habe meine Uhr im Bad vergessen. Eine Fitness-Uhr hinterlässt Spuren, aber nicht nur am Handgelenk, sondern anscheinend auch im Kopf. Vor einem Jahr hätte mich das nicht gekümmert. Keine Uhr dabei? So what! Schließlich trainiere ich nicht auf ein bestimmtes Ziel hin, sondern laufe aus Spaß an der Freud. Aber die Fitness-Uhr hat mein Verhalten verändert. Das sollte mir zu denken geben. Auch Schritte, die nicht aufgezeichnet werden, sind Schritte, die man gemacht hat.

Vielleicht sollte ich in Zukunft komplett auf eine Uhr verzichten. Dann hätte ich am Handgelenk auch keinen weißen Streifen mehr.




Mit dem Rad zur Arbeit

Seit dem 1. Mai läuft die diesjährige AOK-Mitmachaktion in Kooperation mit dem ADFC.
Mein derzeitiger Zwischenstand ist wie folgt:

Wer 20 Arbeitstage und mehr an der Aktion teilnimmt, kann tolle Preise gewinnen. Wer sich also bis kommenden Montag anmeldet, hat somit noch die Möglichkeit, einen davon abzuräumen. Aber gewinnen tut man ja sowieso: eine stressfreie Fahrt zum Büro, einen Parkplatz direkt vor der Tür, Bewegung an frischer Luft, Abwehrkräfte und stramme Waden.




Sveit – schnelltrocknendes T-Shirt von VAUDE

Bei uns im Büro herrschen derzeit tropische Temperaturen. Seit Tagen – oder sind es schon Wochen – schwanken die Temperaturen zwischen knapp 30 Grad morgens und gut 35 Grad am späten Nachmittag. Wir haben keine Klimaanlage und schwitzen den ganzen Tag vor uns hin.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn mir beim Radfahren oder Joggen der Schweiß in Strömen den Rücken runter läuft, aber wenn ich still vergnügt vor dem PC hocke und auf meinen Bürostuhl ein Handtuch legen muss, damit der Schweiß nicht ins Polster eindringt, dann hört bei mir der Spaß auf.




Ein Packster für jede Gelegenheit

Verglichen mit den großen Brüdern – dem Packster 60 bzw. Packster 80 – ist mein Lastenrad von Riese und Müller eher ein Winzling.

Das ist ja gar kein Lastenrad

war denn auch der erste spontane Eindruck des 1. Vorsitzenden des Karlsruher ADFC nach einer Probefahrt auf DAS FEST. Er war mit dem Packster 80 gekommen und hatte darauf in nur drei Fahrten die gesamten Infostand Utensilien (Faltpavillon, Infomaterial, Getränke, Werbetafeln, Beach-Fähnchen uvm.) transportiert. Ich hätte dafür mindestens zehn Mal hin- und her fahren müssen.

Ein Wechsel vom Packster 80 auf das Packster 40 muss sich etwa so angefühlt haben, als würde man von einem 7,5 Tonner in einen Sprinter umsteigen. Das große Lastenrad hat einen längeren Radstand (207,5 cm vs. 166 cm), eine doppelt so große Ladelänge (80 cm vs. 40 cm) und ein höheres zulässiges Gesamtgewicht (200 kg vs. 160 kg).




Karlsruher sind Radfahrer

Letztes Wochenende war DAS FEST in Karlsruhe. Drei Tage Musik, Unterhaltung, Information, Animation und Mitmach-Aktionen für Jung und Alt. Die Macher der Veranstaltung haben sich wieder mal übertroffen.

Für uns Radfahrer gab es gleich mehrere überwachte Fahrradabstellplätze. Der größte und meistbesuchte war der an der Europahalle.

Man musste sich da den Standort seines Rades schon gut gemerkt haben, denn in Anlehnung an den Spruch „Nachts sind alle Katzen grau“ waren auf dem FEST alle Sättel blau. Da ist dem einen oder anderen Besucher bestimmt schon mal vor Schreck das Herz in die Hose gefallen, als er sein Rad mit dem schönen schwarzen Brooks Sattel gesucht und erst mit Mühe gefunden hat.

Von den Abstellplätzen musste man zwischen 20 bis 50 Meter zu den jeweiligen Eingängen gehen. Der Karlsruher ist ja eher ökonomisch eingestellt. Bloß keinen Schritt zuviel gehen, schon gar nicht bei den Temperaturen. Also standen direkt vor den Eingängen auch jede Menge Räder. Es gab kaum einen Baum, Zaun, Pfosten oder eine Straßenlaterne, die nicht von Rädern umstellt waren.

Man stelle sich mal vor, all diese Besucher wären mit dem Auto angereist.