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Fahrradschläuche 

Schläuche sind Fahrradteile, die einem irgendwie klein und standardisiert vorkommen. Erst wenn man einen Platten hat und sich einen neuen Schlauch aussuchen muss, merkt man, dass das gar nicht so profan ist, wie man sich das vielleicht gedacht hat.
Das fängt mit der Wahl der richtigen Größe an. Diese findet man Gott sei Dank auf der Flanke des Fahrradmantels. Die Bezeichnung ETRTO (z.B. 28-622, Breite = 28 mm und Innen Ø = 622 mm) setzt sich mehr und mehr auf dem Fahrradmarkt durch, da sie genauer ist als die Zollangabe.
Ein Fahrradschlauch ist flexibel, Er passt daher nicht nur für eine, sondern viele unterschiedliche Reifengrößen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie einen Schlauch mit der ETRTO 28-622 bestellen und dann auf der Schlauchumverpackung noch viele weitere ETRTO Nummern finden.
Neben der Schlauchgröße ist auch das Ventil wichtig. Es muss zur Felge passen, denn Ventile sind unterschiedlich lang und dick. Man unterscheidet hier AV (Auto- bzw. Schrader Ventil), DV (Dunlop- oder Blitzventil) und Sclaverant (SV). Diese Abkürzungen findet man ebenfalls auf der Umverpackung eines Fahrradschlauchs mit der jeweiligen Längenangabe.

 
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Fahrradschläuche sind leicht, fühlen sich etwas mehlig an, sind in der Regel gräulich schwarz, riechen etwas komisch und fristen ein Schattendasein, denn meist sind sie unter einem Fahrradmantel bzw. in einer Schachtel verborgen. Wenn man den Fahrradschlauch sieht, ist das meist kein gutes Zeichen, denn normalerweise sieht man einen Fahrradschlauch nur bei einer Panne.

Dunlop und Michelin haben für uns den Reifen erfunden

Als Erfinder des Fahrradschlauches gilt John Boyd Dunlop. Wenn man den Erzählungen glauben schenken darf, erfand er den Fahrradschlauch, weil ihn der Lärm störte, den sein Sohn verursachte, wenn er mit den Metallreifen seines Dreirades die Straße entlang fuhr. Ein Jahr nach dem Schotten Dunlop, im Jahr 1889, erfand Édouard Michelin ebenfalls einen austauschbaren, luftgefüllten Schlauch. Michelin und Dunlop sind auch heute noch der Inbegriff für Qualitätsreifen und Schläuche.

Butyl vs. Gummi 

Fahrradschläuche sind in der Regel aus Butyl oder Gummi bzw. Latex gefertigt.Butylschläuche haben den Vorteil, dass sie nicht so empfindlich auf Hitze reagieren, nicht so schnell Luft verlieren und günstig in der Anschaffung sind. Fahrradschläuche aus Butyl sind aber schwerer als Gummischläuche. Fahrradschläuche aus Latex oder Gummi sind leichter als Butylschläuche, haben einen geringeren Rollwiderstand, sind aber nicht so druckstabil wie Butylschläuche. Das mehlige Äußere der Fahrradschläuche kommt vom Talkum, mit dem die Schläuche bestäubt sind. Das Talkum soll verhindern, dass die Schläuche mit dem Fahrradmantel oder dem Felgenband verkleben. Das Band auf der Felge schützt den Schlauch vor Beschädigungen, denn es deckt die auf der Felge vorhandenen Nippel und Nippellöcher ab.

Schlauchreifen sind besonders für Rennräder geeignet

Rennräder der Profis sind häufig mit sogenannten Schlauchreifen ausgerüstet. Bei diesen Schlauchreifen bilden Schlauch und Mantel eine vernähte Einheit. Schlauchreifen halten einen extrem hohen Reifendruck aus. Das macht sie zu einem idealen Bauteil für den Radrennsport, wo es ja auf einen möglichst geringen Rollwiderstand ankommt. Rennradschläuche sind meist aus Butyl gefertigt. Michelin bietet aber auch einen ultraleichten Rennradschlauch aus Latex an. Wussten Sie, dass ein Rennradreifen einen viermal so hohen Luftdruck aushalten muss wie ein Autoreifen? Wahrscheinlich nicht. Angesichts dieser Belastung wird klar, dass man bei der Qualität eines Schlauches nicht sparen sollte, denn nur ein Schlauch, der möglichst lange dicht hält und keine Luft verliert, verspricht Fahrspaß, geringen Rollwiderstand und Pannensicherheit.

Sogenannte Plattfüße am Rad entstehen, weil spitze Gegenstände wie Scherben oder Nägel durch den Fahrradmantel in den Fahrradschlauch dringen. Dass man sich die Felgenkante in den Schlauch rammt, kommt beim Rennrad eigentlich nicht so häufig vor. Dazu müsste man schon über extreme Schlaglöcher oder Bordsteinkanten brettern.

Latexschläuche sind dank Ihrer Materialeigenschaften wesentlich robuster als Butylschläuche

Bei Sticheltests, die sowohl von den Herstellern als auch von unabhängigen Testinstitutionen durchgeführt werden, hat man herausgefunden, dass Fahrradschläuche aus Latex weitaus robuster und widerstandsfähiger sind als Butylschläuche. Der Grund hierfür liegt in den Materialeigenschaften von Latex. Denn Latex ist extrem nachgiebig und schmiegt sich an den spitzen Gegenstand an. Während spitze Gegenstände, die den Fahrradmantel durchdringen, bei Fahrradschläuchen aus Butyl sofort einen Platten verursachen, müssen Fremdkörper bei einem Latexschlauch nicht unbedingt zu einem Plattfuß führen. Wird der Fremdkörper rechtzeitig entfernt, besteht eine realistische Chance, dass der Schlauch nicht ersetzt oder geflickt werden muss. Eine optimale Einheit sind natürlich Reifen mit Pannenschutz und Fahrradschläuche aus Latex. Hier haben Reißzwecken und Glasscherben kaum eine Chance Schaden anzurichten.

Der Fahrradschlauch beeinflusst den Rollwiderstand

Nicht nur der Fahrradmantel auch der Fahrradschlauch hat Einfluss auf den Rollwiderstand und somit auf den Leichtlauf des Rades. Was den Rollwiderstand anbetrifft, haben – oh Wunder – leichte Schläuche die Nase vorn. Ob der Normalbürger allerdings bei einem Gewichtsunterschied von 20 – 50 g einen Unterschied beim Rollwiderstand und der Geschwindigkeit wirklich spürt, lassen wir mal dahingestellt. Für Wettkampfsportler und ambitionierte Radfahrer ist aber ein möglichst geringer Rollwiderstand wichtig. Bei Tests hat man herausgefunden, dass nicht nur das Gewicht des Fahrradschlauchs, sondern auch das Material den Rollwiderstand beeinflusst. Auch hier hatte der Latexschlauch die Nase vorn. Obwohl er schwerer war als die Vergleichsschläuche aus Butyl, hatte er deutlich geringere Werte beim Rollwiderstand.

Das Lufthaltevermögen beeinflusst die Wahl des Fahrradschlauches

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Schlauches ist das Lufthaltevermögen. Fahrradschläuche aus Butyl halten die Luft länger als PU-Schläuche. Fahrradschläuche aus Latex mussten am häufigsten nachgepumpt werden. Für alle Materialen gilt, dünne Schläuche halten die Luft weniger gut als dicke Schläuche, sind dafür aber leichter. Insgesamt kann man sagen, dass Fahrradschläuche aus Butyl am meisten zu empfehlen sind. Selbst 50 g Schläuche halten die Luft länger als Latex Schläuche und haben nur einen für den Laien nicht messbaren schlechteren Rollwiderstand. Fahrradschläuche aus Latex sind ideal für Wettkampf- und Querfeldeinsportler. Dass man sie spätestens alle 2 Tage nachpumpen muss, ist allerdings lästig und macht sie für den täglichen Gebrauch weniger sinnvoll.